Kienzl, Johann: "Ein Ensemble katholischer Gelehrsamkeit aus dem späten 18. Jahrhundert" - Spuren Katholischer Aufklärung in Alten Drucken aus dem Brixner Priesterseminar (1750 - 1800)

In Südtirol werden seit über zehn Jahren Alte Drucke im Rahmen des Kulturprojekts „Erschließung Historischer Bibliotheken" katalogisiert. Auch in der Diözesanbibliothek Brixen wurde die autoptische Formalerschließung abgeschlossen. Die erhobenen Daten bieten die Grundlage, die Bibliotheksgeschichte Südtirols zu schreiben; die Master Thesis soll dazu ein kleiner Beitrag sein. Der Verfasser untersucht die historischen Drucke, die zwischen 1750 und 1800 erschienen sind. Die formale Analyse wird auf dem Hintergrund des bis heute noch unbestimmten Forschungsbegriffs Katholische Aufklärung durchgeführt. Einen Schwerpunkt dabei bildet der Kulturausgleich als Kennzeichen der katholischen Reformbewegungen (Gallikanismus, Jansenismus, Febronianismus, Josephinismus). Dieser zeigt sich vor Ort weniger in der Interkonfessionalität, als in der Internationalität der mehrheitlich katholischen Verfasserschaft. Auch die Produktionsprovenienz verweist auf einen Wissensimport vorwiegend aus dem süddeutschen und norditalienischen Kulturraum. Das Buchgut von 10.316 Werken spiegelt vor allem eine Breite von theologischen, philsophischen und indizierten Meinungen wider. Ebenso sticht die reiche Sprachenvielfalt hervor. Auch naturwissenschaftliche Traktate sind in dieser klerikalen Studienbibliothek vorhanden. Der Besucher steht in der Tat vor einem Ensemble katholischer Gelehrsamkeit aus dem späten 18. Jahrhundert.

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