Abstracts Master Thesen ULG Library and Information Studies MSc, Wien
Aigner, Thomas: Die Bestimmung der Skizzen, Entwürfe und Frühfassungen der Oper Die Königin von Saba von Carl Goldmark: Grundlage zur Geschichte der Entstehung des Werks / eingereicht von Helene Heller, 2007 - 180 Bl.
Obwohl heute nur mehr selten gespielt, ist die am 10. März 1875 an der Wiener Hofoper uraufgeführte Oper Die Königin von Saba von Carl Goldmark (1830 – 1915) eines der erfolgreichsten musikalischen Bühnenwerke eines österreichischen Komponisten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bis zur Jahrhundertwende wurde das Stück allein an der Wiener Hofoper mehr als hundertmal gegeben. Fast ein Jahrzehnt lang arbeitete Goldmark an dieser seiner Erstlingsoper, was die Entstehung einer derartigen Fülle an musikalischen Skizzen, Entwürfen und Frühfassungen zur Folge hatte, wie sie bei kaum einem vergleichbaren Werk zu finden ist.
Eine nähere Bestimmung dieser Materialien war bislang noch ausständig. Sie wurde durch den Umstand erschwert, dass der künstlerische Nachlass Goldmarks nicht geschlossen erhalten blieb und die genannten Quellen im Wesentlichen auf fünf Sammlungen in drei Ländern verteilt sind: die Széchényi-Nationalbibliothek (Budapest), die Österreichische Nationalbibliothek (Wien), die Wienbibliothek im Rathaus, die Library of Congress (Washington D. C., USA) und die Stanford University Library (Stanford, USA). Dazu kommt noch ein Fragment, das nur aus einem Auktionskatalog bekannt ist.
Den Ausgangspunkt der gegenständlichen Arbeit bildet ein umfangreiches Konvolut von Skizzen zur Königin von Saba, das 1984 in völlig ungeordnetem Zustand von der Wienbibliothek im Rathaus erworben wurde. Bei seiner Katalogisierung wurde wegen des zu erwartenden hohen Zeitaufwands auf eine Bestimmung der einzelnen Teile zunächst verzichtet; die Bedeutung des Werks ließ eine solche jedoch von Anfang an als wünschenswert erscheinen.
Die Einzelteile des genannten Konvoluts umfassen vom Ausreifungsgrad her das gesamte Spektrum von Melodieskizzen über Particell-Entwürfe bis hin zu vollständig ausgearbeiteten Partiturfragmenten. Eine Zuordnung zu korrespondierenden Stellen der Druckfassung ist nur teilweise möglich, da das Konvolut sehr viel verworfenes Material enthält. Dies betrifft nicht nur die Musik, sondern auch den Text der Oper. Eine gesicherte Bestimmung der Skizzen und Entwürfe ist daher nur aus dem Vergleich mit den übrigen handschriftlichen Quellen möglich.
Eine besondere Rolle spielen dabei die autographe Partitur (Széchényi-Nationalbibliothek) und der autographe Klavierauszug der Oper (Österreichische Nationalbibliothek).
Beide repräsentieren eine Zwischenstufe auf dem Weg zur gedruckten Fassung und enthalten viel Material, das nachträglich verworfen wurde, jedoch mit einem Teil der Skizzen korreliert.
Den nächsten “Meilenstein” in der Entstehungsgeschichte stellt die von Kopistenhand stammende Uraufführungspartitur (Österreichische Nationalbibliothek) dar. Ausgehend von der autographen Partitur spiegeln sich in ihr die zahlreichen Kürzungen und Umarbeitungen wider, die kurz vor der Premiere vorgenommen wurden. Deren bedeutendste sind die Zweiteilung des ursprünglichen dritten und letzten Akts und die in mehreren Zwischenstufen erfolgte Neuorganisation des so gewonnenen vierten Akts.
Für die Druckfassung wurde ein Teil der Striche der Uraufführung wieder aufgemacht; weiters findet sich in den von der Wienbibliothek im Rathaus und der Stanford University Library verwahrten Skizzenkonvoluten zwei nachkomponierte Arien für die Vorstellungen in Italien.
Mit Hilfe der Sekundärliteratur gelingt eine ungefähre zeitliche Einordnung der mit wenigen Ausnahmen undatierten Notenmanuskripte. Durch die Auswertung sämtlicher Quellen entsteht schließlich ein Gesamtbild der außerordentlich komplexen Geschichte der Entstehung der Königin von Saba. Es zeigt, mit welchen Schwierigkeiten der bis dahin auf dem Gebiet der Oper noch völlig unerfahrene Goldmark zu kämpfen hatte.
Nicht oft lassen die Quellen zu, einem Komponisten mit soviel Wissensgewinn “über die Schulter zu blicken” . Die neu gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum in Form einer vertieften Katalogisierung der von der Wienbibliothek im Rathaus verwahrten Skizzen zur Königin von Saba zurück.
Billault, Cecile: Verschollene Werke einer Komponistin? Vergessene Interpretin? Chancen und Grenzen der gendergerechten Nachlaßerschließung, aufgezeigt am Beispiel zweier Nachlässe der Musiksammlung der ÖNB: Ella Kerndl (Komponistin) und Magda Weinig (Pianistin) / eingereicht von Cécile Billault, 2010 - 115 Bl.
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Fragestellung einer möglichen gendergerechten Erschließung anhand von zwei Nachlässen der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek.
Im ersten Kapitel wird zunächst ein historischer Überblick über die allgemeinen und musikalischen Bildungsmöglichkeiten für Mädchen und Frauen in Wien um 1900, begeben. Dies soll zum Verständnis für die Erschließung des Nachlassbestandes der Komponistin Ella Kerndl beitragen. Weiters werden die Recherchen und externen Quellen aufgezeigt, die für die Erschließungsarbeit hilfreich waren. Als Ergebnis der Erschließung wird das vollständige Werkverzeichnis von Ella Kerndl präsentiert.
Im zweiten Kapitel wird die Arbeit am Nachlass der Pianistin Magda Schwarz dargestellt. Ihr Nachlass, der vorwiegend aus Korrespondenzen und Lebensdokumenten besteht, zeigt die Herausforderungen bezüglich der verschiedenen Regelwerke sowie die Grenzen der Erschließungsarbeit. Um die Lebenszusammenhänge besser zu verstehen, wird auf den historischen Kontext des zweiten Weltkrieges und die Emigration eingegangen. Als Ergebnis der Erschließung wird Magda Schwarz mit einer Kurz-Biografie vorgestellt sowie das Nachlassverzeichnis eingefügt.
Im dritten Kapitel werden Institutionen der ÖNB sowie ausgewählte Institutionen mit genderspezifischem Schwerpunkt dargestellt und deren Ansätze verglichen. Dabei wird im Hinblick auf die zwei Nachlässe hinterfragt, welche dieser Möglichkeiten umgesetzt werden könnten, um eine möglichst optimale Erschließung zu erreichen. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass eine gendergerechte Erschließung an der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek möglich ist, jedoch mit einem größeren Zeitaufwand und unter Einbeziehung zusätzlicher Erschließungskriterien.
Brandtner, Andreas: Die Erschließung von Nachlässen und Autographen im Kontext der aktuellen bibliothekswissenschaftlichen Katalogisierungsdiskussion / vorgelegt von Andreas Brandtner, 2008 - 165 Bl.
Die Gedächtnisinstitution Handschriftensammlung bzw. Literaturarchiv hat im deutschsprachigen Raum seit den 1990er Jahren einen deutlichen Modernisierungsschub erfahren, der bis heute anhält. Wesentlicher Motor dieses Prozesses sind die änderungen der systemrelevanten Umwelten vor allem hinsichtlich elektronischer Daten- und Informationsverarbeitung. Die Übernahme bibliothekarischer Verfahren hat zu einer deutlichen Steigerung der Erschließungsstandards und also der Katalogisierungsqualität und -daten geführt. Über den Anschluss an international eingesetzte und gepflegte Regelwerke und Datenformate wurden Institutionen, die Nachlässe und Autographen verwalten, aus der Isolation idiosynkratischer Insellösungen herausgeführt und in der Kommunikation anderer Gedächtniseinrichtungen vernetzt. Damit sind auch die Voraussetzungen für verstärkten Datenaustausch, für Verbünde und Vernetzungen gegeben, die das je spezifische Datenangebot wesentlich attraktiver, die Benutzungsqualität spürbar besser und den Einsatz interner Ressourcen deutlich effizienter machen können.
Mit dieser neu geschaffenen Situation sind auch Aufgaben und Herausforderungen entstanden. Um den erreichten Standard im Bereich der Erschließung bzw. Katalogisierung halten zu können, haben sich Handschriftensammlungen bzw. Literaturarchive über Fort- und Weiterbildungen am jeweiligen State of the Art der Disziplin zu orientieren. Sie haben sich an Diskussionsprozessen über Neuerungen zu beteiligen, um ihre je spezifischen Interessen und Bedürfnisse artikulieren zu können. Dazu ist es notwendig, in den entsprechenden Gremien, Arbeitsgruppen usw. vertreten zu sein.
Über die Zukunft der Katalogisierung ist noch nicht entschieden. Sie ist offen und wird weiterhin Gegenstand der Diskussion sein. In diesem Sinn sind die Handschriftensammlungen und Literaturarchive in einen lebendigen Arbeitsprozess eingetreten, den sie mit gestalten können und sollen.
Breyer, Katharina: RDA (Resource Description and Access): Anforderungen an ein Regelwerk für das 21. Jahrhundert. Eine Analyse der bis zum 1.12.2007 vorliegenden Entwürfe. / eingereicht von Katharina Breyer, 2008 - 136 Bl.
Mit RDA (Resource Description and Access) wird derzeit ein Regelwerk zur Formalerfassung entwickelt, mit dem man auf AACR2 aufbauen, gleichzeitig aber auch die Möglichkeiten jüngster technologischer Entwicklungen voll ausschöpfen möchte. Als konzeptionelles Modell wird diesem neuen Regelwerk FRBR (Funktionelle Anforderungen an bibliographische Datensätze) zu Grunde gelegt. In den bis Anfang Dezember 2007 vorliegenden Entwürfen wird geregelt, wie Merkmale von Objekten wiedergegeben werden sollen. Solche Merkmale können entweder zur Identifizierung eines Objektes dienen oder die Auswahl eines Objekts ermöglichen, das hinsichtlich seiner physischen und inhaltlichen Beschaffenheit den Nutzerbedürfnissen entspricht. Weiters enthalten diese Entwürfe auch Vorgaben zur Erfassung von Beziehungen zwischen Objekten auf der einen und Personen, Familien und Körperschaften auf der anderen Seite, sowie von Beziehungen zwischen den Objekten selbst. Bei vielen Bestimmungen der RDA wird den Anwendern freigestellt, zwischen mehreren Möglichkeiten zu wählen oder Angaben zu bestimmten Merkmalen und Beziehungen wegzulassen. RDA soll mit unterschiedlichen Datenbankstrukturen umgesetzt werden können. Die Fertigstellung von RDA ist für 2009 geplant.
Buder-Liebmann-Holzmann, Anna Maria: Die sogenannte Trattnersche Sammlung: vollständige Sammlung aller seit dem glorreichsten Regierungsantritt Joseph des Zweyten für die k. k. Erbländer ergangenen höchsten Verordnungen und Gesetze durch privat Fleiß gesammelt, und in chronologische Ordnung gebracht / eingereicht von Anna Maria Buder-Liebmann-Holzmann, 2011 - 192 S. : Ill. + 1 CD-ROM
Gesetzgebung und Staatsverwaltung sind Spiegelbild des Zeitgeistes. Im absolutistischen Staat war Gesetz, was der Herrscher unter den verschiedensten Bezeichnungen, wie Patent, Dekret, Reskript, Resolution, Handschreiben, Edikt, Verordnung und dergleichen, anordnete.
Ab dem 17. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden gesetzgeberische Akte großteils nur auszugsweise veröffentlicht. 1762 ordnete die damalige Regentin Maria Theresia an, dass alle Gesetze und Verordnungen in einem Buch zu sammeln und auf den Amtstischen aufzubewahren seien. Während ihrer Regentschaft von 1740 bis 1780 wurden Anordnungen für die Erbländer erlassen, die, teilweise unter Abänderung, noch in der Regierungszeit Joseph II. galten.
Im aufgeklärt-absolutistischen Staat ergingen unter der Alleinregierung Joseph II. von 1780 bis 1790 mehr als 6000 Gesetze und Verordnungen.
Die unter Joseph II. für die kaiserlich königlichen Erbländer ergangenen Gesetze und Verordnungen druckte Johann Thomas Trattner 1788-1791 in der nach ihm benannten zehnbändigen Gesetzessammlung ab. Sie enthält 6206 Anordnungen auf 5765 Seiten. Der Sammlung ist ein zweibändiges Hauptregister angeschlossen. Trattner druckte und verlegte die Sammlung vorwiegend für Juristen und Beamte.
Da die sogenannte Trattnersche Sammlung nur selten in die Quellenverzeichnisse der damaligen Autoren aufgenommen wurde, ist sie vielfach in Vergessenheit geraten.
Die vorliegende Arbeit soll diese Gesetzessammlung wieder in Erinnerung bringen. Sie legt neben der Beschreibung der gesamten Sammlung, der einzelnen Bände und der Arten der Anordnungen, den Schwerpunkt auf jene Gesetze und Verordnungen, welche Regelungen für Buchdrucker, Buchhändler, Bibliothekare und Bibliotheken zum Gegenstand haben. Die Arbeit befasst sich darüber hinaus auch mit den größeren gesetzgeberischen Aktivitäten jener Zeit, deren Spuren bis heute erkennbar sind.
Comtes, Daniela <de>: Der Teilnachlass Max Winters in der Wienbibliothek im Rathaus / eingereicht von Daniela de Comtes, 2010 - VIII, 122 Bl.
Die Master Thesis befasst sich mit dem Teilnachlass des Sozialreporters und sozialdemokratischen Politikers Max Winter (1870-1937), der im Jänner 2002 vom Tagblatt-Archiv, dem historischen Teil der Sozialwissenschaftlichen Dokumentation der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, an die Wiener Stadt- und Landesbibliothek (heute Wienbibliothek) zusammen mit etlichen Sondersammlungen übergeben wurde.
Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte:
Der erste Abschnitt gibt einen kompakten Überblick über das Leben Max Winters. Es wird vor allem die enge Verknüpfung zwischen seinem Wirken als Journalist, Politiker und seinem Engagement bei den “Kinderfreunden” aufgezeigt.
Der zweite und quantitativ umfangreichste Abschnitt fokussiert sich auf die an der Wienbibliothek verfasste Ordnungssystematik des Teilnachlasses und im Zusammenhang damit auch auf die wissenschaftliche Erschließung von Nachlässen. Es wird auf Definitionen, Anforderungen an die Nachlasserschließung und auf das Regelwerk (RNA - Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen) eingegangen.
Den Abschluss und damit dritten Teil bildet ein Anhang, in dem eine umfangreiche Bibliografie des journalistischen Werkes Max Winters angeführt wird. Hier werden sowohl die Reportagen Max Winters, die sich im Tagblatt-Archiv der Wienbibliothek recherchieren lassen, als auch vor allem Winters Veröffentlichungen in der “Arbeiter-Zeitung” angeführt.
Die Arbeit bietet einen kompakten Überblick über Leben und Wirken des Begründers der Sozialreportage und Wegbereiters des Sozialstaates und soll durch die Vereinigung von Biografie, Nachlass und Bibliografie eine weitere Erforschung Max Winters anregen und erleichtern.
Danielczyk, Julia: Archive für Literatur: Editionsunternehmungen oder hilfswissenschaftliche Institutionenß Ein Beitrag zur Erforschung der Geschichte der österr. Literaturarchive (1878-1918) / vorgelegt von Julia Danielczyk, 2007 - 89, [ca. 40] Bl.
Im Sinne eines neuen nationalen Selbstverständnisses, das sich ab der Gründung des Deutschen Reiches nicht nur über geografische, sprachliche und politische, sondern auch kulturelle Werte definierte, gewannen literarische Archive unter identitätsstiftender Perspektive neue Bedeutung. Die Gründung des Goethe-Archivs in Weimar sowie die Einrichtung eines eigenständigen Gebäudes unter Erzherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach im Jahr 1886 verweisen auf die neue Wahrnehmung auf literarische Handschriften als “kulturelles Erbe” sowie die veränderte Bedeutung von Autographen als Textgrundlage für editorische Projekte.
Für Österreich ist das Jahr 1878 entscheidend: Der literarische Nachlass von Franz Grillparzer legte in der Wiener Stadtbibliothek den Grundstock für eine systematische Sammlung von literarischen Archiven und Autographen.
Die ersten theoretischen Überlegungen zur Konzeptionen organisierter Literararchive kamen von Wilhelm Dilthey, der 1889 seinen programmatischen Vortrag “Archive für Literatur” veröffentlichte. In Österreich wurde die Diskussion vor dem Hintergrund editorischer Interessen aufgenommen und unter veränderten Prämissen diskutiert. Wesentliche Exponenten für die Einrichtung österreichischer Archive für Literatur waren Carl Glossy, von 1889 bis 1904 Direktor der Wiener Stadtbibliothek, der Prager Literaturhistoriker August Sauer sowie der Literaturwissenschaftler Jakob Minor. Als Vorstandsmitglieder der Grillparzer-Gesellschaft waren sie an der Edition deutschsprachiger österreichischer Literatur interessiert. Von österreichischer Seite ist der Begriff “Literaturarchiv” lange unklar definiert, 1894 veröffentlichte Minor erste Ideen zur Einrichtung von “Centralanstalten für die literaturgeschichtlichen Hilfsarbeiten” , 1903 gründeten Glossy, Sauer und Anton Bettelheim den “Literarischen Verein in Wien” , der die Einrichtung eines eigenständige österreichischen Literaturarchivs vorsah und ein Editionsprogramm vorlegte. Im Verständnis der Aufgaben und Funktionen war das geplante Archiv einerseits als hilfswissenschaftliche Einrichtung zur Unterstützung des akademischen Universitätsbetriebs, andererseits als Editionsunternehmung nach dem Vorbild des Stuttgarter Literarischen Vereins angedacht.
Der Literarische Verein in Wien wurde 1917 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt konnte er 24 realisierte Bände vorlegen, ein eigenständiges Literaturarchiv wurde nicht eingerichtet.
Dollfuß, Helmut: Einführung und Evaluierung von Ressourcen für den Personal Digital Assistant (PDA) an medizinischen Universitätsbibliotheken / von Helmut Dollfuß, 2008 - 104 Bl.
Im Gesundheitsbereich tätige Menschen müssen mobil sein, denn Kranke und Pflegebedürftige sind es nicht. Der moderne PDA ist bequem in der Jackentasche von ärzten, Studenten und Krankenpflegern transportierbar und kann große Mengen an relevanter Information für den Arbeitsalltag in einer elektronisch schnell durchsuchbaren Form speichern. Das kommt gerade dieser Personengruppe entgegen, um Fragen an Ort und Stelle zu entscheiden, unabhängig vom fest verdrahteten PC.
In USA unterstützen schon viele Medizinbibliotheken den Einsatz von PDAs, in Europa beschäftigen sich hingegen nur wenige Bibliotheken mit diesem Gerät. Viele bekunden ihr Interesse, geben aber fehlendes Know-how als hauptsächliches Hindernis an.
Die vorliegende Arbeit möchte dem Medizinbibliothekar den PDA näher bringen. Es wird über seine geschichtlichen Wurzeln berichtet und die rasante technische Entwicklung anhand einzelner Modelle vorgestellt. Zukünftige Mobilgeräte werden in vielen Variationen PDA-, Telefon- und Internetfunktion vereinen und mit ihrer weiten Verbreitung den Ausbau des mobilen Internets kräftig ankurbeln. Neben der klassischen und digitalen Bibliothek wird sich damit auch der Bereich der Mobile Library etablieren.
Im zweiten und dritten Teil werden auf Grundlage publizierter Artikel mögliche Ressourcen und Einsatzbereiche für den PDA diskutiert, mit entsprechenden Beispielen aus Medizinbibliotheken.
Als geeignete Lizenzprodukte erwiesen sich lokal bewährte Arzneimittelverzeichnisse, häufig verwendete Lexika und bekannte Nachschlagewerke.
Bibliotheken profilieren sich durch PDA-Projekte bei ihren Benutzern und bei der Institutsleitung als Innovator und erarbeiten sich das nötige Expertenwissen für zukünftig wichtige mobile Bibliotheksanwendungen. Auf Hürden beim Einstieg in diese neue Technologie wird hingewiesen.
Das PDA-Projekt der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien startete im März 2007 und wird im vierten Teil im Detail behandelt. Ergebnisse der dabei durchgeführten Online-Umfrage werden graphisch dargestellt. Die Auswertung zielt dabei auf den Vergleich von zwei unterschiedlichen Nutzergruppen des PDA-Angebotes ab. Als Top-Anwendung stuften beide, ärzte und Medizinstudenten, das Arzneimittelverzeichnis ein, Studenten aber auch noch den Pschyrembel für die Prüfungsvorbereitung.
Im abschließenden Diskussionsteil werden Ideen, Erkenntnisse und Fragen der vorliegenden Arbeit nochmals durchgegangen und die Resultate der Online-Umfrage in Wien den Ergebnissen des Modell-Projektes der Zweigbibliothek Medizin der Universität Münster gegenüber gestellt.
Drucker, Agnes: Bibliothek, quo vadis? - Konzept für die Verbesserung von Benutzerservice und Bibliothekskompetenz an der Anton Bruckner Privatuniversität / einger. von Agnes Drucker, 2010 - 92 S.
Die Masterthesis beschäftigt sich mit dem Benutzerservice an der Bibliothek der Anton Bruckner Privatuniversität (Bruckneruniversität). Das ehemalige Brucknerkonservatorium wurde 2004 zur Universität akkreditiert. Im Zuge dessen erfolgte auch der Aufbau der Bibliothek zur Universitätsbibliothek.
Durch diese spezielle Situation der noch jungen Universitätsbibliothek sieht sich die Bibliothek mit einigen Problemen in Bezug auf den Benutzerservice konfrontiert. Den Lesern fehlt es oft an Bibliothekskompetenz, sie wissen nicht um die Angebote der Bibliothek bzw. können nicht damit umgehen. Weiters wünscht sich die Bibliothek durch die Öffnung zur Universitätsbibliothek mehr externe Benutzer.
Ein Hauptaugenmerk soll dabei im Rahmen dieser Arbeit auf die Bibliothekskompetenz der derzeitigen und der erwünschten künftigen Nutzer gelegt werden.
Die Masterthesis stützt sich dabei auf aktuelle wissenschaftliche Literatur zu dieser Thematik, vergleicht bei diversen Aspekten auch die Vorgehensweisen anderer Bibliotheken und stellt praxisorientiert Maßnahmen für die Bibliothek der Bruckneruniversität dar. Ein breit gefächerter Bogen beginnt dabei bei der Erstellung eines Leitbildes, das der Bibliothek zu einer klaren Identität verhelfen soll und zwei wichtige Themenbereiche abdecken soll: Wer sind wir und für wen bieten wir unsere Services/Dienstleistungen an? Als Ergebnis sollen Zielgruppen festgelegt werden, mit denen danach konkrete Maßnahmen zur “Erreichung” der Bibliothekskompetenz überlegt werden können.
Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Benutzerservice und der Bibliothekskompetenz der Leser. (Wie kann ich den Benutzern Bibliothekskompetenz vermitteln? Wie können die Leser verstärkt in die Bibliothek gebracht werden?) Dabei wird ein Spektrum vom Aufbau von zielgruppenorientierten Benutzerschulungen bis hin zu Marketingmaßnahmen präsentiert, die auf die Angebote der Bibliothek aufmerksam machen sollen.
Abgerundet wird die Arbeit mit einem Ausblick auf die Möglichkeit der Implementierung von Elementen der Teaching Library für die Bibliothek der Bruckneruniversität
Edler, Sonja: Der Conspectus als bibliothekarisches Instrument zur inhaltlichen Bestandsanalyse: eine Anwendung an der Fachbibliothek für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien / vorgelegt von Sonja Edler, 2007 - 58 Bl.
Der Conspectus als Methode der inhaltlichen Bestandsevaluation und Entwicklung von vergleichbaren Erwerbungsprofilen wird erstmals in Österreich in seiner Entwicklungs- und Rezeptionsgeschichte vorgestellt und anschließend in einer adaptierten Form an der Fachbibliothek für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien exemplarisch angewendet. Anhand des Conspectus sollte die aktuelle Sammeltätigkeit einer Fachbibliothek ihrem Inhalt nach dargestellt werden. Aus den 779 Neuerwerbungen im Jahr 2005 wurde eine Zufallsstichprobe von 120 Exemplaren gezogen, die nach adaptierten Conspectus-Kriterien bewertet wurde: Notation der Basisklassifikation, Tiefenlevel und Sprache. Anschließend wurde der jeweilige Datensatz nach Sachgruppen der Basisklassifikation aggregiert und die Gruppen graphisch nach ethnologischen Disziplinen, Forschungslevel und Sprache aufbereitet. Es konnte aufgezeigt werden, dass der Conspectus als zugrunde liegende Idee betrachtet werden kann, die von Fall zu Fall unterschiedlich ausgeführt wird. Voraussetzung ist ein qualitativ guter Datensatz und einheitlich definierten Abfragekriterien, mit denen in weiterer Folge unterschiedliche inhaltliche Bestandsfragen beantwortet werden können. In einem Exkurs wurde aufgezeigt, dass auch eine Abfrage im Online-Katalog im Expertenmodus ohne Conspectus-Kriterien auch ein rasches Erwerbungsprofil liefern kann, wenn ein einheitliches inhaltliches Kriterium in jedem Exemplardatensatz vorhanden ist, wie zum Beispiel eine Standortsignatur mit inhaltlicher Aussage wie im Falle der Fachbibliothek für Kultur- und Sozialanthropologie.
Ellensohn, Reinhard: Aspekte und Probleme der Konvolutbildung bei der Ordnung von Nachlässen am Beispiel des Günther-Anders-Nachlasses am Österreichischen Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek / von Reinhard Ellensohn, 2006 - 65 Bl.
Die Frage der inneren Ordnung von Nachlässen ist ein zentraler Aspekt der Nachlassbearbeitung. In der vorliegenden Master Thesis werden wesentliche Aspekte, Fragen und Probleme der Konvolutbildung, die bei der inneren Ordnung von Nachlässen relevant werden können, dargestellt und erörtert. Neben den theoretischen Überlegungen fließen auch die praktischen Erfahrungen, die der Autor bei der Ordnung (eines Teils) des Günther-Anders-Nachlasses am Österreichischen Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek machen konnte, ein.
Im ersten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen im Hinblick auf das Thema Nachlassordnung bzw. Konvolutbildung erarbeitet. Im zweiten Kapitel wird über den praktischen Teil der Arbeit, die Ordnung des Anders-Nachlasses, berichtet. Im dritten Kapitel werden die wesentlichen Aspekte, Fragen und Probleme der Konvolutbildung erörtert und anhand einiger Beispiele dargestellt. Abschließend werden zwei Projekte am Deutschen Literaturarchiv in Marbach kurz vorgestellt. Ein Resumée fasst die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse der Master Thesis thesenartig zusammen.
Zunächst zeigt sich, dass das Literaturarchiv eine Mittelstellung zwischen traditionellem Archiv und Bibliothek einnimmt. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Ordnung des Nachlassmaterials den Forschungs- und Erkenntnisprozess beeinflußt, sie ist immer in gewissem Sinn “erkenntnisleitend” . Im besten Fall fördert die Nachlassordnung den Forschungs- und Erkenntnisprozess.
Die abschließende Hauptthese lautet: Konvolutbildung ist eine besonders effiziente und vorteilhafte Form der Ordnung von Nachlässen, aus arbeitsökonomischer, aus wissenschaftstheoretischer und aus Benutzer-Perspektive. Probleme und Fragen, die im Zuge der Konvolutbildung auftreten können, sind durch entsprechende Vermerke bei der Verzeichnung und durch die Möglichkeiten der EDV lösbar. Schlagwörter: Archivtheorie, Nachlassbearbeitung, Nachlasserschließung, Nachlassordnung, Konvolutbildung.
Farnberger, Eva: Der fotografische Teilnachlass Arthur Schnitzlers im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek: Bilddokumente eines Literaten im historischen und biografischen Kontext / vorgelegt von Eva Farnberger, 2007 - 123 Bl.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Fotografien aus dem Nachlass Arthur Schnitzlers und stellt diese in einen historischen und biografischen Kontext. Zunächst richtet sich der Blick auf die Nachlassgeschichte der Objekte, wobei unter Einbeziehung der im Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek vorhandenen Akten nachvollzogen werden kann, dass die Bibliothek eine nicht unwesentliche Rolle in der Provenienzgeschichte der Objekte spielte. Am Beispiel der Erstellung einer virtuellen Ausstellung auf der Bildplattform www.bildarchivaustria.at wird die Eingliederung des Nachlasses in den Sammlungsbestand des Bildarchivs, seine Erschließung und Präsentation im Internet aufgezeigt. Ein wesentlicher Teil beschäftigt sich mit den einzelnen Fotografien und den fotografischen Ateliers, in denen diese entstanden. Hierbei und auch bei der Betrachtung der in privatem Rahmen entstandenen Fotografien steht nach Einbeziehen der historischen Entwicklungen die Perspektive Arthur Schnitzlers im Vordergrund, indem seine Aussagen – als Quelle dienen seine Tagebucheinträge – zur Entstehung und Beurteilung von Fotografien sowie zu einzelnen Fotografen herangezogen werden.
Gaafar, Tarik: NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Universität für Bodenkultur in Wien
Im Rahmen dieser Masterarbeit soll das Projekt NS-Provenienzforschung an der Bibliothek der Universität für Bodenkultur (UB BOKU) vorbereitet werden und ein starker Impuls für die Durchführung desselbigen gesetzt werden. Zuerst wird als Einstieg ein kurzer Abriss über die Geschichte der damaligen Hochschule und Bibliothek kurz vor und in der NS-Zeit gegeben. Danach folgt der erste, theoretische Teil der Arbeit, der sich mit Provenienzforschung beschäftigt, der Schwerpunkt liegt bei NS-Raubgut. Dieser Einblick in die Provenienzforschung soll das theoretische Rüstzeug für das Projekt an der UB BOKU sein.
Diese Erkenntnisse, gepaart mit umfangreichen Recherchen, dienen im zweiten Teil der Arbeit dazu die Ausgangslage des Projektes festzustellen. Mögliche Quellen mussten gesucht und ihre Ergiebigkeit geprüft werden. Archivarische und mündliche Quellen sowie die Zugangsbücher zeigten sich als wenig ergiebig. Die vorhandenen archivarischen Quellen wurden zwar ausgewertet, jedoch gibt es kaum bibliotheksspezifisches Aktenmaterial. Mündliche Quellen gibt es im eigentlichen Sinne nicht mehr, die BibliotheksmitarbeiterInnen, die schon länger an der Bibliothek arbeiten, wurden jedoch befragt. Die Quellenlage bei physischen Merkmalen in den Büchern ist vielversprechender. Anhand der Eintragungen in den Büchern, die von der Bibliothek gemacht wurden, lässt sich feststellen, wann und woher das Werk kam. Es werden Kaufjahr, Herkunft, Preis und das Inventarisierungsdatum angegeben. Ob nun ein Verdacht auf Raubgut besteht, lässt sich durch diesen Eintrag in der Regel nicht feststellen. Dazu müsste eine einschlägige Herkunft genannt werden. Ist dies nicht der Fall, braucht es für einen Verdacht noch weitere Merkmale im jeweiligen Werk. Eine durchgeführte Stichprobe brachte noch keine Funde. Falls geraubte Werke gefunden werden, wird die Rückgabe an die rechtmäßigen EigentümerInnen angestrebt.
Die Masterarbeit, wie auch das momentan laufende Projekt, beschäftigen sich mit den Beständen der Hauptbibliothek der UB BOKU. Bestände der Fach- und Institutsbibliotheken sollen zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet werden.
Haas, Edeltraud: E-books an der Bibliothek der Universität St. Gallen (HSG). Einbindung elektronischer Bücher in Bestand und Online-Katalog / Edeltraud Haas, 2007 - 111 Bl.
E-Books gehören mittlerweile zum Portfolio einer wissenschaftlichen Bibliothek. Im Vergleich zu herkömmlichen Printmedien weisen sie für Benutzerinnen und Benutzer und für die Bibliothek Vorteile auf: von Aufenthaltsort und Öffnungszeiten der Bibliothek unabhängiger Zugriff, weder Belegung von Laufmetern noch Abnutzung, Beschädigung oder Diebstahl. In der Master Thesis wird aufgezeigt, wie die bereits vorhandenen E-Books in den Online-Katalog eingebunden werden und aufgrund welcher Auswahlkriterien die HSG-Bibliothek neue E-Books gekauft hat. Die Einbindung der bereits vorhandenen E-Books in den Online-Katalog wird dokumentiert. Bei den neuen E-Books handelt es sich um zwei Pakete des Springer-Verlages und um elektronische Bücher von Ciando. Anhand dieser zwei unterschiedlichen Modelle werden die notwendigen Überlegungen und Problemfelder, die bei Ankauf und Einbindung der E-Books in den Online-Katalog auf eine Bibliothek zukommen, dargestellt.
Hammerer, Christoph: Arbeitsprozesse im Rahmen der Bibliothek der Veterinärmedizinischen Universität Wien - Darstellung des Alltags einer öffentlichen wissenschaftlichen Bibliothek in Österreich im Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Umbruch des Bibliothekswesens am Beginn des 21. Jahrhunderts / von Hammerer Christoph, 2007 - 79 Bl.
In folgender Thesis werden unterschiedliche Arbeitsprozesse, die gegenwärtig in der Hauptbibliothek der Universität für Veterinärmedizin in Wien durchgeführt werden, auf analytisch-deskriptiver Ebene dargestellt. Darüber hinaus wird ein allgemeiner Überblick über das Bibliothekswesen am Beginn des 21. Jahrhunderts geboten, welches – wie de facto sämtliche Bereiche des täglichen Lebens moderner Gesellschaften überhaupt – ebenfalls und nach wie vor, von zahlreichen Veränderungsprozessen, die die Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts mit sich brachte, betroffen ist. Dabei werden unter anderem folgende Fragen behandelt: Mit welchen Problemen müssen öffentliche Bibliotheken gegenwärtig fertig werden, um weiterhin bestehen zu könnenß Oder: Was kann eine öffentliche Bibliothek wie jene der Universität für Veterinärmedizin in Wien eventuell tun, um weitere Herausforderungen bewältigen zu könnenß
Durch die Behandlung eben gestellter Fragen und der einleitend erwähnten Beschreibung einzelner Arbeitsprozesse, soll in folgender Thesis ein Einblick in den gegenwärtigen Alltag einer öffentlich wissenschaftlichen Bibliothek in Österreich zwischen Kontinuität und Umbruch im Rahmen des Sektors des Informationsmanagements am Beginn des 21. Jahrhunderts gegeben werden.
Heller, Helene: Die Bibliothek der Fachhochschule Vorarlberg auf dem Weg zur Teaching Library. Entwicklung eines praxisorientierten Konzeptes zur Vermittlung von Informationskompetenz / eingereicht von Helene Heller, 2007 - 180 Bl.
Im Rahmen der Arbeit wird für die Bibliothek der Fachhochschule Vorarlberg ein Konzept für die Vermittlung von Informationskompetenz entworfen. Nach der Beschreibung der Bibliothek der Fachhochschule Vorarlberg sowie einer Erläuterung der Begriffe “Teaching Library” und “Informationskompetenz” soll anhand von konkreten Praxisbeispielen gezeigt werden, auf welche Art und Weise Informationskompetenz vermittelt werden kann und welche Voraussetzungen dafür nötig sind. Dabei werden für die Bibliothek der Fachhochschule Vorarlberg Maßnahmen vorgeschlagen, die unter den gegebenen Voraussetzungen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen auch in der Praxis umgesetzt werden können.
Wesentliche Aspekte der Arbeit sind die Frage der Einbindung von bibliothekarischen Schulungsangeboten in das reguläre Studium, nötige personelle und räumliche Voraussetzungen sowie Überlegungen zur Didaktik, Evaluation und zum Marketing von Veranstaltungen. Eigene Kapitel zu virtuellen und elektronischen Lernangeboten sowie zur schulenden Betreuung am point of use sollen verdeutlichen, dass Informationskompetenz auf verschiedene Art und Weise vermittelt werden kann.
Heydemann, Gunda: Hauptsächlich Gedichte. Ein Beitrag zur Ordnung und Erschließung des Teilnachlasses Christine Bustas am Österreichischen Literaturarchiv / vorgelegt von Gunda Heydemann, 2006 - 151 Bl.
Die Arbeit ist ein Beitrag zur Erschließung eines Teilnachlasses der Christine Busta am Österreichischen Literaturarchiv. Es wurde entsprechend den im deutschsprachigen Raum üblichen Standards eine Ordnungssystematik entwickelt. Einige methodische und praktische Fragen im Umgang mit Archivgut wurden diskutiert; weiters wird ein knapper Überblick über das Leben der Autorin geboten. Im Anhang der Arbeit findet sich ein detaillierter Index der Gedichte und Gedichtanfänge, der vor allem der zukünftigen Forschung beim Auffinden der entsprechenden Vers-Texte behilflich sein soll.
Hudler, Petra: Die Pflanzenbilder des Dioskurides in späteren illustrierten botanischen Werken aus dem 14. bis 16. Jahrhundert untersucht und verglichen an einigen ausgewählten Beispielen aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek / verfasst von Petra Hudler, 2006 - 104 Bl.
Um das Wissen der Antike im Mittelalter zu bewahren, mußten Handschriften immer wieder kopiert werden. Da beim Kopieren nicht nur in Texten unweigerlich Fehler entstehen, sind auch Pflanzenbilder aus pharmazeutischen und medizinischen Handschriften diesen Veränderungen unterworfen. Waren dann die abgebildeten Pflanzen noch zu erkennen und daher ihre Abbilder überhaupt von Nutzenß
Der Annahme folgend, daß der Codex Vindobonensis (C.V., Cod. Med. Gr. 1) und der Codex Neapolitanus(C.N., Ms. Ex Codex Vindobonensis Med. Gr. 1) als Quellen von Traditionslinien anzusehen sind (nicht als Individuen aber als Typ), wurden Pflanzenbücher des 14. bis 16. Jahrhunderts aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek daraufhin untersucht, ob charakteristische Merkmale von Pflanzen oder aus älteren Pflanzenbildern in Kopien (Abkömmlingen) aus späterer Zeit erkennbar sind.
Verglichen wurde die verschiedene Gliederung und Ausstattung der Codices: großformatige Prachthandschrift, mittelalterliche platzsparend angelegte Wissensressource und repräsentative Kopie.
Für Cod. 187 und 2277 wurden vollständige Inventare der enthaltenen Pflanzenbilder erstellt und diese zu ihren Vorbildern in C.V. und C.N. in Beziehung gesetzt (Tabellen 1 und 2).
Cod. 11.117-11.125 und Cod. Min. 107* wurden in die Untersuchung einbezogen, da Leonhard FUCHS noch stark von Dioskurides und Plinius beeinflußt war. In Tabelle 3 werden die beiden Codices in Beziehung gesetzt, wobei neue Erkenntnisse zur Zuordnung von Pflanzenbildern gewonnen wurden.
Anhand einiger ausgewählter Pflanzen wurde ein direkter Vergleich ihrer Abbildungen über alle bearbeiteten Codices im Sinne einer “Konkordanz der Abbildungen” erstellt. Tabelle 4 beinhaltet die Ergebnisse. Zusätzlich werden, um die Bedeutung von Informationsweitergabe im Bild zu verdeutlichen, einige Beispiele durch Bilder veranschaulicht (Abb. 1 - 33). Anhand dieser Beispiele wird erklärt, wie Merkmale im Lauf der Zeit durch Kopierfehler und Mißinterprätationen verändert wurden.
Jamek-Leitner, Ingeborg: Umgestaltungsprozesse zur Modernisierung der Bibliothek der voestalpine Stahl GmbH / eingereicht von Ingeborg Jamek-Leitner, 2010 - Getr. Zählg.
Die vorliegende Master Thesis “Umgestaltungsprozesse zur Modernisierung der Bibliothek der voestalpine Stahl GmbH” soll dem Management der voestalpine, dem Leiter der Bibliothek und dessen Mitarbeiterinnen als umfassender Leitfaden zur Reorganisation dienen. Im Vordergrund der Umgestaltungsprozesse der Bibliothek stehen Betrachtungen über bibliothekarische Kernbereiche wie der Umgang mit Bibliotheksverwaltungssystemen, Recherchearbeiten, Abwicklung des Zeitschriftenrundlaufs sowie auch architektonische Aspekte und Maßnahmen bei einem Bibliotheksumzug.
Da die Prozesse zur Modernisierung und Umgestaltung der Bibliothek eine konsequent durchführbare Umsetzung der Änderungsmaßnahmen erfordern, wird im anfänglichen theoretischen Teil der Master Thesis sämtliche themenrelevante Literatur aufgearbeitet um schließlich eine fachlich fundierte Basis für den praktisch bzw. “handwerklich” orientierten Abschnitt zu liefern. Der Schwerpunkt liegt hierbei primär auf der Kommunikation zwischen den Bibliothekarinnen und den Kundinnen der Einrichtung, der zahlreiche Interviews und Analysen vorangehen. Nebenbei werden auch die finanziell festgelegten Möglichkeiten des Managements mit den potentiellen Änderungsmaßnahmen abgewogen. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine optimale Umsetzung der Umgestaltungsprozesse im Handlungsrahmen der voestalpine Stahl GmbH in Verbindung mit den Anliegen derer Kundinnen im Hinblick auf die Erneuerung der Bibliothek.
Die dargebotene Master Thesis zeigt schließlich die Erstellung durchstrukturierter wie realistisch umsetzbarer Verfahrensanleitungen zur Umgestaltung der Bereiche “Architektur der Bibliothek” , “Umstieg auf elektronische Zeitschriften” ;, “Verwaltung der Fachartikel und Berichte” ;, “Auswahl an Bibliotheksverwaltungssystemen” ; sowie “Reorganisation des bestehenden Systems” ;.
Jammernegg, Lydia: Frauen in Bewegung (1918-1938) - historische Entwicklung, Aufarbeitung und Dokumentation von relevanten Bibliotheks- und Archivbeständen in Österreich / verfasst von Lydia Jammernegg, 2009 - 65 S.
Gleichzeitig mit der Organisierung von Frauen in Vereinen zur Durchsetzung ihrer politischen Forderungen, begannen diese auch relevante Publikationen zu sammeln und eigene Schriften zu veröffentlichen, die in den vereinseigenen, aber auch privaten Bibliotheken und Archiven gesammelt, sowie an öffentliche Einrichtungen abgeliefert wurden. Die Entwicklung sowie Aufarbeitung und Dokumentation dieser Bestände – historisch und im Rahmen von Frauen in Bewegung (1918–1938). Biographien, Vereinsprofile, Dokumente (http://www.fraueninbewegung.onb.ac.at/) – steht im Zentrum dieser Arbeit.
Der erste Teil widmet sich aus historischer Perspektive einerseits der Entstehungsgeschichte der Sammlungen zur Frauenbewegungsgeschichte ausgehend vom 19. Jahrhundert bis 1938, sowie Fragen nach der Weitertradierung dieser Bestände bis heute und andererseits den Dokumenten, die von den Frauenorganisationen herausgegeben wurden, und da vor allem den zahlreichen historischen Frauenzeitschriften.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der dokumentationswissenschaftlichen Aufarbeitung der in der Webpräsentation Frauen in Bewegung (1918–1938) verwendeten Materialien. Erörtert werden die Begriffe “Dokument” und “Quelle” sowie die Zugangsweisen zu diesen aus dokumentarischer und historischer Perspektive. Einerseits wird erläutert, wie – basierend auf diesen Reflexionen – Aufnahmekriterien erstellt wurden, die eine kontrollierte und standardisierte Auswahl der entsprechenden Dokumente und historischen Daten ermöglichten. Andererseits werden Wege, wie diese Dokumente auffindbar und zugänglich gemacht wurden, beschrieben. Dargestellt werden die Voraussetzungen dafür, ein Informationssystem zur Vermittlung von frauenpolitischen und frauenbewegten Aktivitäten von 1918 bis 1938 in Österreich zu erstellen, das auf nachvollziehbaren inhaltlichen Kriterien und formalen Aspekten beruht.
Kirchmair, Susanne: "Produkt" Fachhochschulbibliothek - Analyse und Konzeption aus betriebswirtschaftlicher Sicht / vorgelegt von Susanne Kurchmair,2008 - 96 Bl.
Die universitäre Hochschulbildung in Österreich wird seit wenigen Jahren durch Fachhochschulen bereichert. Zur Infrastruktur einer Fachhochschule gehört ebenso der Zugang zu den Ressourcen einer Bibliothek. Am Beginn der Arbeit steht die Definition und Abgrenzung von wesentlichen Begriffen aus dem Bibliothekswesen und der Betriebswirtschaftslehre. Anschließend folgt eine Analyse der Rolle der Bibliothek für eine Bildungseinrichtung, ein Blick auf aktuelle Entwicklungen sowie eine Analyse der Bibliothek aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Anhand von drei Fallstudien werden Bibliothekskonzeptionen beispielhaft dargestellt. Mithilfe dieser Erkenntnisse werden Kriterien für ein Geschäftsmodell für FH-Bibliotheken entwickelt und Empfehlungen gegeben.
Koger, Martina: Zeugnisse aus dem Leben eines Wienerliedsängers - der Nachlass von Peter Wlček / eingereicht von Martina Koger, 2008 - 71 Bl.
Die in dieser Arbeit behandelte Thematik ist eine Darstellung über die Entwicklung des Wienerliedes durch die Beiträge einzelner Interpreten und Musiker. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung hatte das Wirken und Engagement von Peter Wlček und wie stellt sich die Situation anhand der Aufarbeitung von Beständen aus dem Nachlass von Peter Wlček (1897-1988) dar. Diese Unterlagen wurden vom Sohn des Verstorbenen dem Archiv des Österreichischen Volksliederwerkes übergeben. Anhand der in dieser Sammlung enthaltenen Lebensdokumente1 sowie weiterer Quellen, soll mit Hilfe eines aufgezeichneten Interviews mit dem Sohn (Walter Wlček) vom 28. Mai 2003 das Leben des Sängers dargestellt werden. Dabei wird darauf hingewiesen, dass das Gespräch zwischen der Leiterin des Österreichischen Volksliedwerkes, Mag. Michaela Brodl, und Prof. Walter Wlček im Zuge der Übergabe von Dokumenten, Programmen, Noten und Fotografien erfolgte und keine strukturierte Befragung im Sinne eines geplanten Interviews darstellt.
Die Aufgabenstellung für die Master Thesis setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen. Unter Berücksichtigung der kulturellen, gesellschaftspolitischen und historischen Faktoren soll die Thematik, die Bedeutung einzelner Interpreten für die Entwicklung und den Erhalt des Wienerliedes, behandelt und dabei ein quellenkritischer Ansatz beachtet werden. Des Weiteren sollen die Beziehungen von Peter Wlček zu anderen Interpreten des Wienerliedes und die Bedeutung seiner Tätigkeit für die musikalische Tradition des Wienerliedes beleuchtet werden. In erster Linie soll das Leben und Wirken von Peter Wlček dargestellt werden. Eine Aufstellung und Beschreibung der Lebensdokumente soll Stationen des Lebens von Peter Wlčeks dokumentieren.
Der Nachlass von Peter Wlček umfasst handschriftliche Aufzeichnungen, Geschäfts-, Kassa- und Arbeitsbücher, Ausweise, Verzeichnisse, Preisaufstellungen, Programmzettel, zahlreiche Bilddokumente, eine große Anzahl von gedruckten und handschriftlichen Noten, über tausend Liedflugblätter und 753 Einzelblattdrucke sowie andere Dokumente aus dem Leben des Musikers.
Kopar, Birgit: Mahnungen als Service am Leser : eine empirische Studie über das Rückgabeverhalten der BenutzerInnen an der Universitätsbibliothek Wien im Zeitraum 1999 bis 2010 / eingereicht von Birgit Kopar, 2011 - XI, 100 Bl. + 1 CR-ROM
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Mahnungen und Mahngebühren an der Universitätsbibliothek Wien. Die Autorin untersucht den Zeitraum von 1999-2010 anhand einer Datenbankauswertung auf Basis bibliothekseigener Datenaufzeichnungen. Im ersten Teil der Arbeit wird der Einfluss von Gebühren auf überzogene Werke zu jenen Zeitpunkten untersucht, an denen es zu einer Gebührenerhöhung kam. In diesem Kontext werden auch die Unterschiede zwischen verschiedenen BenutzerInnengruppen herausgearbeitet sowie die gebräuchlichsten Entlehnfristen bezüglich überziehungsquotient und überziehungsdauer miteinander verglichen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird anhand einer Umfrage der Stellenwert der Mahnungen unter den BenutzerInnen geklärt, ebenso werden Gründe und Motive für verspätete Rückgaben untersucht, wobei unter anderem die Frage berücksichtigt wird, ob es eine Schmerzgrenze bei Gebühren gibt, ab der die NutzerInnen keinesfalls mehr überziehen würden.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Mahnungen und Mahngebühren grundsätzlich notwendig sind, dass aber die Höhe der Gebühren keine wesentliche Rolle spielt. Wirft man einen Blick auf die Unterschiede im Rückgabeverhalten zwischen verschiedenen BenutzerInnengruppen, so ist allerdings sehr wohl ein deutlicher Unterschied in der Einstellung von Gruppen mit gleichen Entlehnbedingungen gegenüber der Gebührenhöhe feststellbar.
Es stellte sich im Zuge der Untersuchung ferner heraus, dass die Leihfristen einen weniger starken Einfluss auf das Rückgabeverhalten haben, als bisher angenommen: Die kürzeste und die längste Leihfrist haben nahezu den gleichen überziehungsquotienten. Der höchste Quotient findet sich bei den 14 tägigen Ausleihen. Die Umfrage ergab, dass die NutzerInnen die Werke aus Vergesslichkeit, aus Zeitmangel oder bei Eigenbedarf verspätet zurückgeben. Die BenützerInnen vertraten in der Umfrage tendenziell die Ansicht, dass ohne Mahnungen und Gebühren die Bücher nicht mehr oder nicht rechtzeitig zurückkommen würden. überfällige Werke wurden vor allem dann als Problem betrachtet, wenn Vormerkungen bestanden und dadurch die persönliche Terminplanung des/der Wartenden durcheinander geriet. Trotzdem wurde in der Umfrage auch bei vorgemerkten Werken eine Verspätung von höchstens einer Woche unter den NutzerInnen toleriert.
König-Rainer, Julia: Die Plakatsammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Plakatkunst der sechziger Jahre. Schwerpunkt Wien. / eingereicht von Julia König-Rainer, 2010 - 108 S.
Diese Masterarbeit geht von der These aus, dass es anhand der Plakatsammlung, aufgrund ihres Sammlungsaufbaus und der Erschließung, möglich sein sollte, die Wiener Geschichte des 20. Jahrhunderts und jeden beliebigen Zeitabschnitt daraus mit Plakaten zu belegen und so die Geschichte visuell erfassbar zu machen. Das Medium Plakat berücksichtigt dabei stets nur das öffentliche Leben, ohne individuelle Lebenssituationen einzelner Personen zu erfassen.
Um diese These prüfen zu können, ist zuerst eine zeitliche Begrenzung notwendig, denn aus dem Zeitraum 1900-2000 sind mehr als 118.500 Plakate verzeichnet. Hierfür wurden die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts ausgewählt.
Einleitend wird die Plakatsammlung der Wienbibliothek, ihre Bestände sowie die Erschließung der Sammlung vorgestellt und so ein Überblick über die Sammlung gegeben, der als Grundlage zur Beurteilung des Zutreffens der These dienen soll. Ein kurzer Exkurs ist der Werbebranche der sechziger Jahre gewidmet.
Das Kapitel über die Geschichte Wiens der sechziger Jahre liefert die inhaltliche Grundlage, an der es die These zu prüfen gilt. Im thematisch gegliederten Bildteil erfolgt die Prüfung der eingangs vertretenen These.
Die These ist schlüssig und belegbar, wenn es das öffentliche Leben und allgemeine, gesellschaftliche Entwicklungen zu belegen gilt. Individuelle Lebenssituationen einzelner Personen sind anhand von Plakaten nicht erfassbar. Die Anwendbarkeit der These hat sich durch diese Masterarbeit bestätigt.
Mitis-Stanzel, Irene: Social Tagging in Bibliotheken - Analyse und Konzeption aus betriebswirtschaftlicher Sicht / vorgelegt von Irene Mitis-Stanzel, 2008 - 78 Bl.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Methode des Social Tagging zur Erschließung von Bibliotheksbeständen. Social Tagging ist die Beschreibung von Ressourcen mittels frei wählbarer Schlagwörter - sogenannter Tags – durch die Benutzerinnen selbst. Der dabei entstehende Pool an Tags wird Folksonomy genannt. Neben einer genauen Analyse der Funktionsweisen von Folksonomies sowohl bei der Beschreibung von als auch bei der Suche nach Ressourcen, werden mögliche Funktionen von Social Tagging im Bibliotheksbereich dargestellt. Dabei wird klar, dass Folksonomies traditionellen Erschließungsmethoden in manchen Bereichen unterlegen sind, in anderen aber völlig neue Möglichkeiten bieten. Social Tagging kann die bibliothekarische Sacherschließung daher nicht ersetzen, ist aber eine sinnvolle Ergänzung zu dieser. Dies beweisen auch die in dieser Arbeit beschriebenen Beispiele von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, die Social Tagging bereits einsetzen.
Müller, Irmgard: Online-Kommunikation in österreichischen Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Bestandsaufnahme und Perspektiven / von Irmgard Müller, 2007 - 58, XI Bl.
Kommunikationsarbeit im Internet heißt, sich laufend an die dynamischen Veränderungen in der Nutzung des World Wide Web und im Kommunikationsverhalten der zahlreichen Dialoggruppen von Bibliotheken anzupassen. Der Wandel von statischer, monologischer Kommunikation hin zu dialogorientierter, vernetzter und spezifischer Zielgruppenkommunikation vollzieht sich in raschen Schritten und wird in Zukunft von den Internetbenützer/innen auch hinsichtlich der Online-Angebote österreichischer Bibliotheken zunehmend eingefordert werden. Die vorliegende Master Thesis spannt einen Bogen von den Anforderungen, die an die Kommunikationsarbeit im Internet derzeit gestellt werden, bis hin zu den aktuellen Online-Kommunikationsaktivitäten österreichischer Bibliotheken.
Zur Einleitung werden in einem kurzen Abriss zentrale Begriffe und aktuelle wissenschaftliche Ansätze zu Online-Public Relations und Online-Kommunikation zusammengefasst. Anschließend diskutiert die Arbeit aktuelle Entwicklungen bibliothekarischer Internet-Kommunikation und verknüpft diese mit einer Auswahl kommentierter Fallbeispiele die für kreative und innovative Online Relations an in und ausländischen Bibliotheken stehen. Der Fokus wird dabei auf drei Themenfelder der Öffentlichkeitsarbeit, nämlich Bibliothekspräsentation, Media Relations und Zielgruppenkommunikation, gerichtet. Zum Abschluss geht die Thesis der Frage nach, inwieweit Bibliotheken das Internet gegenwärtig zur Kommunikation mit ihren Dialoggruppen und Öffentlichkeiten nützen. Dazu wurde eine Inhaltsanalyse auf österreichischen Bibliothekswebsites durchgeführt, die zum Ziel hatte, den Status quo der aktuellen Online-Kommunikationsaktivitäten der Bibliotheken zu erheben.
Zunächst zeigt sich, dass ein Großteil der Bibliothekswebsites gegenwärtig einen eher geringen Grad an Interaktivität und Dialogorientierung aufweist. Die Vorteile und Chancen, die aufgrund neuer Technologien und Instrumente für die Online-Kommunikation entstehen, werden erst in Ansätzen zum konkreten Zielgruppendialog eingesetzt. Jedoch findet sich auch eine Reihe sehr innovativer Ideen und Ansätze, die für die Zukunft in Richtung vermehrte Dialogorientierung und interaktive Kommunikation auf österreichischen Bibliothekswebsites weisen.
Müller, Roswitha: RAK-WB in MAB2 - Materialien für die Lehre der Formalerschließung im Rahmen des Österreischichen Bibliothekenverbundes, nebst einer theoretischen Einleitung / eingereicht von Roswitha Müller, 2008 - XXXIII, 118, V S.
Mit der vorliegenden Arbeit werden Schulungsunterlagen zur Formalerschließung nach RAK-WB im Rahmen des Kategorienschemas MAB2 vorgelegt.
Mit diesen Unterlagen sollen einerseits die wesentlichsten Regeln der RAK-WB vermittelt werden, die konkretes Katalogisieren in einer Datenbankumgebung ermöglichen; andererseits sollen sie den Lernenden dabei unterstützen, allgemeine Prinzipien der Formalerschließung zu verstehen. Dies soll den Transferprozess auf andere Regelwerks/Kategorienumgebungen erleichtern.
In der allgemeinen Einleitung wird die theoretische Basis der Unterlagen dargestellt: daraus ergibt sich ein allgemeines Modell für die Didaktik der Formalerschließung, das insbesondere in einer zukünftigen RDA/FRBR/MARC-Umgebung fruchtbringend zu sein verspricht.
Ortner, Michaela: Die Einblattdrucke des 16 Jahrhunderts der Österreichischen Nationalbibliothek in der Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung / eingereicht von Michaela Ortner, 2009 - 83 Bl.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Einblattdrucken des 16. Jahrhunderts der Flugblättersammlung an der Österreichischen Nationalbibliothek. Dabei werden im ersten Abschnitt die Geschichte der Sammlung sowie die verschiedenen Ansätze, wie mit diesem Sonderbestand verfahren wurde, aufgezeigt. Im zweiten Teil wird ein Überblick über die Geschichte des Mediums und seiner Erschließung in anderen Institutionen ab dem 19. Jahrhundert bis heute gegeben. Zum Abschluss wird dargestellt, wie die aus den beiden ersten Teilen gewonnenen Erkenntnisse im Pilotprojekt “Flugblätterkatalog” umgesetzt wurden, wobei die Datensätze mit digitalen Images angereichert sind. Die formale und inhaltliche Erschließung erfolgte nach dem Standard der Regelwerke RAK-Alte Drucke und RSWK, einer Voraussetzung für die problemlose Einbindung der Datenbank in Verbundkataloge und Internet-Portale. Die Frühdrucke aus dieser Spezialsammlung der “Palatina” sind durch die 2009 erfolgte Internet-Präsentation auf der Homepage der Österreichischen Nationalbibliothek.
Parsian, David: Überlegungen zur Aufstellungssystematik und Reklassifikation an der Fachbereichsbibliothek Afrikawissenschaften und Orientalistik / einger. von David Parsian, 2007 - 120 Bl.
Der praktische Einsatz der Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) für die inhaltliche Erschließung sowie als Aufstellungssystematik in wissenschaftlichen Bibliotheken des deutschen Sprachraums hat wenig Tradition und wurde bisher von der Literatur kaum aufgearbeitet. Nach einer Darstellung der Rahmenbedingungen und der Problemlage in der Fachbereichsbibliothek Afrikanistik/Orientalistik der Universität Wien, gibt der Autor einen Überblick über die Erfahrungen mit und die Einschätzung von DDC in vergleichbaren wissenschaftlichen Bibliotheken vor allem im deutschen und englischen Sprachraum, definiert Kriterien für eine neue Systematik und klärt inwieweit diese mit dem Einsatz von DDC erfüllbar sind. Ausgehend von den quantitativen und räumlichen Rahmenbedingungen und der Segmentierung des Bestandes im Hinblick auf die Erfordernisse der Reklassifikation, sowie auf der Basis eigener Erfahrungen und Plausibilitätsprüfungen schätzt der Autor anhand von drei Varianten den nötigen Personal- und Zeitaufwand für den Einsatz von DDC im Rahmen eines Reklassifizierungsprojektes. Abschließend enthält die vorliegende Arbeit praktische Erfahrungen im Umgang mit der DDC am Beispiel des Themenbereiches “Islamwissenschaft” , durch die auf einige Besonderheiten und Probleme bei der Verwendung von DDC für die Reklassifizierung hingewiesen wird.
Payr, Martina: Wissenshandlungsfelder: ganzheitliches Wissensmanagement an der Universitätsbibliothek Wien / vorgelegt von Martina Payr, 2006 - 110 Bl.
Die Instrumente des Wissensmanagements dienen dazu, Wissen zu ordnen, zu managen, abzurufen und zu kommunizieren. Anhand einer wissenschaftlichen Bibliothek, wie der Universitätsbibliothek Wien wird aufgezeigt, welche Theorien für den universitären Bereich relevant und von Interesse sind. Methoden und informationstechnologische Instrumente zur Wissensgenerierung, zum Wissensaustausch und zur Wissensverteilung werden besprochen, sowie die Integration von Wissen in alltäglichen Geschäftsprozesse und deren Qualitätssicherung beschrieben.
Ganzheitliches Wissensmanagement setzt auf sozialpsychologische Aspekte, Beziehungen und Kommunikation, Lernkultur und Vertrauensklima in einer Organisation und hat auch die Optimierung der Geschäftsprozesse, der Arbeitsorganisation und der technologischen Infrastruktur zum Ziel.
Plössnig, Veronika: Changemanagement an Universitätsbibliotheken: Unterschiedliche Methoden der Durchführung und deren Erfolg. / eingereicht von Veronika Plößnig, 2010 - 145 Bl.
Im Mittelpunkt dieser Master Thesis steht die Forschungsfrage, mit welchen Methoden, Methodenbausteinen oder Instrumenten Führungskräfte im Bibliothekswesen bei der Durchführung von Change Management-Prozessen unterstützt werden können. Dazu werden Veränderungsprozesse an deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken vorgestellt, die auf ganz unterschiedliche Weise umgesetzt wurden. Dies sind die Universitätsbibliothek der Technischen Universität München (TUM), die Universitätsbibliothek Passau sowie einige Bibliotheken in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam das Modell der Kollegialen Beratung entwickelten.
Als Forschungsmethoden werden Instrumente der Qualitativen Sozialforschung gewählt. Die Datenerhebung wird mittels qualitativer, problemzentrierter Interviews mit den beteiligten Führungskräften durchgeführt. Die Auswertung der Daten erfolgt mittels der Methode der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Die Master Thesis wird mit einer Einschätzung und Bewertung der aus den Daten gewonnenen Erkenntnisse unter dem Fokus der Forschungsfrage abgeschlossen.
Pokorny-Nagel, Kathrin: Zur systematischen Erfassung und Präsentation von Künstlerbüchern im Internet / eingereicht von Kathrin Pokorny-Nagel, 2010 - 84. Bl
Mit der vorliegenden Arbeit wird der wissenschaftliche Versuch unternommen, einen weiteren, schon längst fälligen Schritt in der kunsthistorischen Bearbeitung des künstlerisch gestalteten Buches zu setzen und gleichzeitig die inhaltliche Erschließung der weitgehend unbekannten Sondersammlung Ausstattungsbücher / Künstlerbücher des MAK-Österreichisches Museums für angewandte Kunst / Gegenwartskunst und deren Präsentation im Internet zu betreiben.
Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit besteht zunächst in einer gründlichen theoretischen Diskussion der einschlägigen Begriffe, insbesondere des zentralen Begriffs vom Künstlerbuch; weiter wird die Entwicklung einer Datenbank vorgestellt und begründet, die die einschlägigen MAK-Bestände erfasst. Dritte wichtige Zielsetzung ist die Entwicklung von Strategien der Öffentlichkeitsarbeit und der Vermarktung der neuen Datenbank sowie ein Benchmarking gegenüber Mitbewerbern auf dem Feld der Informationsbereitstellung zu Künstlerbüchern.
Die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Arbeit sind in der erfolgreichen Entwicklung eines Datenbanksystems zu sehen, mit dessen Hilfe sowohl ein grundsätzliches bibliothekarisches Interesse nach korrekter Erfassung der Bestände als auch ein interdisziplinärer Anstoß in die Richtung der Kunstgeschichte erreicht werden soll. Die Bestände sollen aus einer kunsthistorischen Sicht vielfältig und systematisch erfasst und damit für die moderne wissenschaftliche Auseinandersetzung nutzbar gemacht werden. Der kunsthistorische Aspekt trägt wesentlich zur Entwicklung der Struktur der Datenbank bei und soll die interdisziplinäre Anbindung des Projekts an andere kunsthistorische und bibliothekarische Projekte vorbereiten und ermöglichen.
Die Methodik der vorliegenden Arbeit musste vielfältig angelegt werden, zumal ihr Gegenstand eine interdisziplinäre Auseinandersetzung erforderte. Es werden sowohl methodische Aspekte einer Literaturarbeit berücksichtigt als auch methodische Anregungen aus dem Bereich der Kunstgeschichte und der Betriebswirtschaft. Die zentrale Methodik ist dem Bereich der Bibliothekswissenschaft zuzuordnen und beruft sich sowohl auf klassische Vorbilder der bibliothekarischen Erfassung als auch auf innovative Aspekte eines interdisziplinären Ansatzes der Bibliothekswissenschaften.
Prillinger, Horst: Weblogs als Kommunikationsformat für Bibliotheken und Bibliothekare. Potenziale und Praxisbeispiele. / Horst Prillinger, 2008 - 142 S.
Seit den späten 90er Jahren hat eine neue Form der Internet-Publikation zunehmend Aufmerksamkeit erregt: das Weblog, eine Form der Website, die regelmäßig aktualisiert wird und kurze Einträge in umgekehrt chronologischer Reihenfolge enthält, deren Inhalt von alltäglichen Erlebnissen des Autors über Projektnotizen, politischen Kommentaren, Technik-Neuheiten bis hin zu Katzenfotos so gut wie alles sein kann. Ein Weblog enthält immer auch ein Archiv aller bisherigen Einträge, eine eindeutige URL für jeden Eintrag, einen XML-Feed, über den man die Einträge abonnieren kann, Links zu thematisch verwandten Webseiten und Kommentare der Leser.
Dadurch, dass Weblogs einander gegenseitig verlinken, entstehen thematisch verwandte Informationscluster; durch die chronologische Reihenfolge der Einträge werden Prozesse und Gedankenabfolgen stärker betont als Ergebnisse; durch die offene Struktur wird Konversation und Kommunikation angeregt.
Bibliotheken und Bibliothekare arbeiten nach dem Selbstverständnis, Information zu verbreiten und den Zugang zu Informationen zu sichern. Als Konsequenz davon haben Bibliothekare das Medium des Weblogs von Anfang an für die Informationsvermittlung verwendet.
Nach einer Zusammenfassung der Theorie des Weblogs wird in dieser Arbeit auf die Grundpfeiler der Anwendung von Weblogs im Kontext einer Bibliothek eingegangen. Es werden die Ergebnisse einer Untersuchung vorgestellt, in der Weblog-artige Webseiten (für externe wie interne Kommunikation) von 22 österreichischen wissen¬schaftlichen Bibliotheken untersucht wurden. Danach werden exemplarisch die Weblogs einiger ausländischer Bibliotheken vorgestellt, um das weitere Potenzial dieser Kommunikationsform zu illustrieren. Schließlich wird noch darauf hingewiesen, wie persönliche Weblogs von Bibliothekaren nachhaltig bestehende Stereotypen abbauen können; zur Illustration werden einige Beispiele solcher Weblogs vorgestellt.
Rabl, Maria: Die Privilegiensammlung des Österreichischen Patentamtes - ein Beitrag zum UNESCO-Weltdokumentenerbeß / vorgelegt von Maria Rabl, 2008 - 163 Bl.
Die Privilegiensammlung des Österreichischen Patentamtes beinhaltet über 95.000 Erfindungsbeschreibungen, die den Geist und die Genialität von Erfindern widerspiegeln, die für das Gebiet Österreich-Ungarns in der 2. Hälfte des 19. Jhdts. um die Erteilung von ausschließenden Privilegien angesucht haben. Die Sammlung blieb bis dato jedoch weitgehend unbekannt. Der Grund liegt einerseits darin, dass sie für Forschungsarbeiten ungenügend erschlossen ist. Andererseits, dass die Dokumente aufgrund der Papierqualität und früherer Lagerbedingungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind und einer intensiven Nutzung ohne Konservierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen nicht Stand halten würden. Deshalb wurde bisher wenig unternommen, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen.
Die in diese Arbeit eingebrachte Idee, das in der Sammlung steckende Potential und ihre Bedeutung herauszuarbeiten, wurde anhand der Nominierungskriterien zur Eintragung in die UNESCO-Weltdokumentenerbeliste erarbeitet. Für die beiden Eckpunkte des Memory of the World-Programms “preservation & access” , wurden Strategien und Möglichkeiten für die Privilegiensammlung ausgearbeitet, um der Zielsetzung des Programms gerecht zu werden.
Ergebnis der Arbeit ist eine Neudefinition des Werts der Sammlung aufgrund von Inhaltsanalysen und Unter-Schutzstellungsmöglichkeiten, das Aufzeigen von unumgänglichen Bestanderhaltungsmaßnahmen sowie ein “Leitfaden” für Möglichkeiten im Konservierungs-, Digitalisierungs- und Marketingbereich.
Rasinger, Johann: Die Bibliothek als Instrument des Wissensmanagements; eine praktische Arbeit am Beispiel der EWZ-Bibliothek (Eduard Wallnöfer-Zentrum’s-Bibliothek) / eingereicht von Johann Rasinger, 2010 - 109 Bl.
Forschungsgegenstand ist die EWZ-Bibliothek (Eduard Wallnöfer- Zentrum’s-Bibliothek) in Hall in Tirol, die die Bildungseinrichtungen UMIT (Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik), AZW (Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe) und EURAK (Europa-Akademie für Health Professionals) betreut. Die Untersuchung will herausfinden, ob eine Ein-Personen-Bibliothek in der Lage ist mit Hilfe des Wissensmanagements ihre Arbeitsprozesse zu verbessern. Ziel ist die praktische Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse.
Als theoretischer Hintergrund dient die “Grounded Theory ”. Es wurden 11 Leitfaden-Interviews mit Entscheidungsträgern, Professoren, Lehrern, Studenten und Schülern geführt und ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass die generelle Zugänglichkeit das Hauptkriterium bei der Implementierung von Wissensmanagement in die bibliothekarischen Arbeitsprozesse darstellt. Intervenierende Hauptvariablen sind das Literaturbudget und der Personalaufwand.
Praktisch umgelegt werden die Ergebnisse in den Tätigkeitsfeldern: Öffnungszeiten, Katalogkunde und Webauftritt der EWZ-Bibliothek. Die Öffnungszeiten sollen verlängert werden unter Zuhilfenahme von angelernten Mitarbeitern des Hauses. Der OPAC (Online Public Access Catalogue) hat nicht nur zur Verfügung zu stehen, sondern muss aktiv den Nutzern nahe gebracht werden. Am besten in der Gestalt von angeleiteten Kleingruppenseminaren. Der Webauftritt der Bibliothek im Rahmen der UMIT braucht einen Platz, der über die Startseite zugänglich ist und eine benutzerfreundlichere Gestaltung.
Die forschungsleitende Fragestellung, ob die Bibliothek als Instrument des Wissensmanagements dienen kann, ist auch unter gegebenen restriktiven Bedingungen zu bejahen.
Rauner, Irene: Erstellung einer Konkordanz zwischen BK (Basisklassifikation) und RVK (Regensburger Verbundklassifikation) für das Fachgebiet Germanistik / eingereicht von Irene Rauner, 2010 - 102 Bl.
Ziel der vorliegenden Master Thesis war die Erstellung einer Konkordanz zwischen der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) und der Basisklassifikation (BK) für den Fachbereich Germanistik, die in der Suchmaschinentechnologie Primo als Tool bei der facettierten Suche eingesetzt werden kann. Der erste Teil der Arbeit beinhaltet Informationen zu Primo und zur facettierten Suche sowie Erläuterungen zu den Begriffen Klassifikation und Notation. Daran schließen sich die Präsentation der beiden Universalklassifikationen RVK und BK sowie kursorische Angaben zur Dewey DecimalClassification (DDC) an. Einführenden Informationen zum Thema Konkordanz folgen die Ergebnisse einer Umfrage in der Inetbib- und RVK-Anwenderliste unter potentiellen Anwendern beider Klassifikationen. Im zweiten Teil der Arbeit, der als Testfall konkreter Anwendung angelegt worden ist, werden nach einem einführenden Kommentar exemplarisch ausgewählte Beispiele aus der in Microsoft Excel tabellarisch erstellten Konkordanz kommentiert angeführt. Als Resultat der Arbeit ist neben der bereits bekannten Problematik der Erstellung einer Konkordanz zwischen unterschiedlich tief gegliederten Klassifikationen der Wunsch nach weiteren Konkordanzen für die gesamte Geisteswissenschaft zu nennen, um einerseits die Datendichte in den Bibliotheksverbünden noch weiter erhöhen und um sowohl Klassifizierern in ihrer täglichen Arbeit als auch informationssuchenden Benutzern bei ihren Recherchen einen Mehrwert bieten zu können.
Recht, Christian: Digitale Publikationen im österreichischen Pflichtexemplarrecht unter besonderer Berücksichtigung internationaler Rahmenbedingungen / eingereicht von Christian Recht, 2009 - 117 Bl.
National Libraries have the prominent task to collect, preserve and make available the national output of published information as comprehensively and for as long a term as possible. With the advent of digital media, libraries are confronted with the challenge to develop new strategies for fulfilling their task.
A vital support for their collecting activity is a legal deposit which, as a rule, is laid down by law, and which requests the publisher to deposit samples of a publication basically without remuneration. New media are therefore required to be included in legal deposit legislation.
By updating the Austrian Media Act, with the new law being effective by 1st of March 2009, the Austrian legislator has recently mandated the Austrian National Library to collect and archive online media (i.e. media published on the web), in addition to traditional printed and digital offline media (i.e. media on a physical carrier such as CD-ROM, DVD or diskette), the latter having already been included in legal deposit legislation in the year 2000.
These new legal provisions will be presented, compared and commented upon in consideration of basic issues which arise in connection with the preservation of digital information and by focusing on related international developments of mainly contractual and legislative nature.
Schaefer, Kurt: Beziehungen zwischen den Zeitschriftenbestäunden der Fachbereichsbibliothek Chemie und der Publikationstätigkeit an den chemischen Instituten der Universität Wien / verfasst Kurt Schaefer, 2008 - 109 S
Eine Fachbereichsbibliothek hat für den Forschungsbetrieb zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen:
- Forschungsdokumentation und
- Informationsversorgung.
Diese beiden Funktionen sind bei der Analyse der publizierten Forschungsarbeiten zu unterscheiden. Drückt man die komplexe Aufgabe der Forschungsdokumentation der Fachbereichsbibliothek für Chemie in Prozentzahlen aus, so steigt sie im betrachteten Zeitraum von etwa 50% auf über 80% (genaue Werte siehe Tabelle). Wissenschaftliche Autoren/innen können, bzw. müssen für die Publikation ihrer Ergebnisse unter vielen Journalen ein geeignetes Journal wählen. Die Anzahl dieser in Frage kommenden Journale war anfangs gering. Dass, historisch gesehen, die Bibliothek nur die Hälfte dieser Journale im Bestand hatte, erscheint für die Dokumentationsaufgabe wenig zu sein. Umso erstaunlicher ist das Ausmaß der Steigerung. Bei der enormen Zunahme an Journaltiteln die heute als Publikationsmedium zur Verfügung stehen ist die bibliothekarische Dokumentation von 80% der wissenschaftlichen Arbeiten aus den Universitätsinstituten als sehr positiv zu bewerten.
Dieser eben beschriebene starke Anstieg von Journaltiteln bewirkt aber im Gegenzug, dass die Informationsversorgung der Forscher/innen durch die Bibliothek gesunken ist. Von anfänglich mehr als 90% sank die Versorgung auf etwas über 75% (genaue Werte siehe Tabelle). Aber bedenkt man die Fülle an Zeitschriften, die zu verschiedensten Themen der Chemie erscheinen, so ist die Bereitstellung von dreiviertel der für die Forschung an den Instituten / Departments wichtigen Literatur durch die Bibliothek als sehr gut einzustufen.
Sowohl bei der Dokumentation als auch bei der Informationsversorgung ist in den letzten fünfzig Jahren der Unterschied in den Prozentzahlen nur gering. Das bedeutet, dass die Aufgaben der Forschungsdokumentation und Informationsversorgung auch vor fünfzig Jahren ähnlich gut war und in diesem Zeitraum mit der internationalen Entwicklung der Zeitschriftenliteratur Schritt gehalten hat.
Die vorliegende Arbeit zeigt durch die Analyse der Literatur einerseits und durch die Umfrage andererseits zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Qualität des Bibliotheksservice. Die unterschiedlichen Bilder ergeben sich durch:
- objektive Datenanalyse und
- subjektive Beantwortung von Fragen.
Die auf Fakten begründete Datenanalyse liefert ein positives Bild der Bibliothek (siehe oben). Dieses steht im Widerspruch zu der subjektiven Einschätzung durch die Bibliotheksbenutzer, die an der Umfrage teilgenommen haben. Zwei Aspekte stehen hier im Vordergrund. Die Versorgung mit:
- gedruckten Medien und
- elektronischen Medien.
Von den befragten Personen wird die Bibliothek hauptsächlich in ihrer traditionellen Funktion, als Lieferant von gedruckten Informationsträgern wahrgenommen. Mit dem Angebot an elektronischen Medien verliert die Bibliothek ihre Kontur. Die Umfrage zeigt, dass durch vermehrte online Nutzung von Journalen und Datenbanken kaum ein Zusammenhang zwischen dem Informationsangebot und der Bibliothek gesehen wird. Diese falsche Einschätzung der Versorgung mit neuen Medien durch die Bibliothek spiegelt sich auch im geringen Interesse an der Umfrage wider.
Um dem entgegenzusteuern muss sich die Fachbereichsbibliothek Chemie für ihre Nutzer/innen als
- kompakte Organisationseinheit mit
- klarer räumlicher und personeller Ausstattung präsentieren und
- Angebote und elektronische Serviceleistungen der Bibliothek als solche kenntlich machen.
Schaffner, Verena Maria: FRBR in MAB2 und Primo - ein kafkaesker Prozess? : Möglichkeiten der FRBRisierung von MAB2-Datensätzen in Primo, exemplarisch dargestellt an Datensätzen zu Fran Kafkas "Der Process" / eingereicht von Verena Maria Schaffner, 2011 - 119 Bl. : Ill. + 1 CD-ROM
FRBR (Functional Requirements for Bibliographic Records) ist ein logisches Denkmodell für bibliographische Datensätze, welches zur benutzerfreundlicheren Gestaltung von Browsing in Online-Bibliothekskatalogen herangezogen werden kann. Im österreichischen Bibliothekenverbund (OBV) werden bibliographische Datensätze nach den Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken (RAK-WB) erstellt und liegen im Datenformat MAB2 (Maschinelles Austauschformat für Bibliotheken) vor. Mit der Software Primo von Ex Libris, die 2009 implementiert wurde, besteht die Möglichkeit bibliographische Datensätze für die Anzeige neu aufzubereiten.
Wie ausgehend von MAB2-Daten eine möglichst FRBR-konforme Datenpräsentation in Primo geleistet werden kann und welche Probleme sich dabei ergeben, ist die zentrale Fragestellung dieser Master Thesis. Exemplarisch dargestellt wird dies anhand von Datensätzen des österreichischen Bibliothekenverbundes zu Franz Kafkas "Der Process". Im Fokus stehen drei Aspekte, welche im Zusammenhang mit FRBR, MAB2 und Primo als besonders problematisch und diskussionswürdig erscheinen: das Konzept des "Werkes", Expressionen als praxistaugliche Entitäten und Aggregate bzw. mehrbändig begrenzte Werke.
Nach einer Einführung in das FRBR-Modell wird versucht einen idealen FRBR-Baum zu Kafkas "Der Process" in seinen unterschiedlichen Ausprägungen (übersetzungen, Verfilmungen, Textvarianten, Aggregate etc.) darzustellen: Schon hier werden erste Grenzen des Modells sichtbar. Daran anschließend werden Datensätze des OBV einer Analyse unterzogen, um die FRBR-Tauglichkeit von MAB2 und die Möglichkeit der FRBR keys in Primo zu beleuchten. Folgende Einschränkungen wurden deutlich: Die derzeitige Herangehensweise und Praxis der Formalerschließung ist nicht auf FRBR vorbereitet. Die vorliegenden Metadaten sind zu inkonsistent, um ein maschinelles Extrahieren für eine FRBR-konforme Datenpräsentation zu ermöglichen. Die Möglichkeiten des Werkclusterings und der Facettierung in Primo bieten darüber hinaus zwar einen Mehrwert für das Browsing in Trefferlisten, jedoch nur bedingt im FRBR-Sinne.
Schauerhuber, Rosemarie: Die historische Schülerbibliothek von 1869-1885 am Beispiel der Volksschul-Schülerbibliothek in St. Pölten / eingereicht von Rosemarie Schauerhuber, 2010 - 91 Bl.
Das Staatsgrundgesetz vom 21. Dezember 1867 und die Maigesetze von 1868 brachten für die Geschichte des österreichischen Bildungssystems und des schulischen Bibliothekswesens eine entscheidende Wende: Das Schulwesen wurde unter staatliche Aufsicht gestellt und die Gründung von Schülerbibliotheken gesetzlich angeordnet. Vor diesem Hintergrund werden Funktionen und Zielgruppen der neu zu gründenden und tatsächlich gegründeten Schülerbibliotheken sowie die Traditionen, die diese ablösen sollten, untersucht. Erarbeitet wird weiters die organisatorisch-funktionale Ausgestaltung der Schulbibliotheken, die die Wahl der Kataloge und Verzeichnisse maßgeblich bestimmte. Dargestellt werden auch die Kriterien der Literaturauswahl sowie die personellen Zuständigkeitsbereiche für die Schülerbibliotheken.
Die zentrale Fragestellung der Thesis ist, wie weit einerseits behördliche, andrerseits bibliothekstheoretische Vorgaben in die Praxis umgesetzt wurden. Am Beispiel der St. Pöltner Volksschul-Schülerbibliothek werden – vornehmlich anhand der beiden großen Revisionen der Jahre 1875 und 1885/86 – die beträchtlichen Einflussnahmen der Schulbehörden auf den Inhalt der Bibliotheksbestände nachgewiesen. Die Grundlage für diese “Reinigungen ” der Schülerbibliotheken von “Schmutz und Schund ” bildeten die behördlich erstellten Jugendschriften-Verzeichnisse. Es wird verdeutlicht, welche besondere Bedeutung diesen im Vergleich zu jenen Verzeichnissen zukam, die einzelne Pädagogen und Lehrervereine erstellten. Weiters wird gezeigt, dass der von den Bibliothekstheoretikern geforderte Anspruch, wonach Volksschulbibliotheken auch Volksbibliotheken sein sollten, seitens der St. Pöltner Volksschulbibliothek umgesetzt wurde.
Schmidt, Sabine: Open Access-Publikationen als Anstoß zum Aufbau eines institutionellen Repositoriums / von Sabine Schmidt, 2010 - 119 Bl. : Ill. graph. Darst. + 1 CD-ROM
Der ungehinderte Zugang zur wissenschaftlichen Publikation ist eine entscheidende Voraussetzung für die Forschung. Die Open-Access-Bewegung entstand als Folge der Zeitschriftenkrise, der technischen Entwicklung und dem ständig wachsenden Konkurrenzkampf in Forschung und Lehre für. Sie setzt sich für den kostenfreien Zugang zu Publikationen, Forschungsdaten, aber auch zu Software ein. Diese Faktoren haben das Publikationswesen der letzten Jahre nachhaltig beeinflusst. Es entstanden alternative Publikationjsformen und Plattformen zum Austausch wissenschaftlicher Informationen, die versuchen, den Open Access-Gedanken in die Tat umzusetzten.
Die vorliegende Arbeit beschreibt die Entwicklungen im Publikationswesen und die Entstehung und wesentlichen Merkmale des Open Access.
Den Schwerpunkt der Arbeit bildet der Aufbau und die Funktionsweise von intitutionellen Repositorien. Ziel dieser Dokumentenserver ist es, den Open Access-Gedanken innerhalb einer Institution zu verankern und deren wissenschaftliche Mitarbeiter dazu zu bewegen, ihre Publikationen über das Repositorium frei zugänglich zu machen. Dabei werden sämtliche Aspekte, die beim Aufbau und Betrieb eines institutionellen Repositoriums zu beachten sind, beschrieben.
Des weiteren wird anhand des konkreten Beispiels der Freien Universität Bozen erläutert, wie ein solches Vorhaben möglichst einfach in die Praxis umgesetzt werden kann.
In dieser Master Thesis wird auf Basis- und vertiefende Literatur aus den Bibliotheks- und Informationswissenschaften zurückgegriffen. Intensive Beschäftigung erfolgt auch mit den Homepages diverser Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sowie von Informationsplattformen, die sich mit den behandelten Themen beschäftigen.Hinzu kommen Erkenntnisse, die auf einer Fachtagung, den Open Access-Tagen in Konstanz 2009 gewonnen wurden.
Im letzten, praxisorientierteren Teil der Arbeit wird auf persönliche Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag der Autorin eingegangen.
Schwartz, Judith: Das Beschwerdemanagement an österreichischen Universitätsbibliotheken - Evaluierung des Status Quo und daraus ableitbare Potenziale und Chancen / von Judith Schwartz, 2006 - 82 Bl.
Ziel der Arbeit ist es, ausgehend von einem fundierten Überblick über den Forschungsstand zum Thema “Beschwerden” in einem betriebswirtschaftlichen Kontext die Stellung und den Aufbau von Beschwerdemanagement an den österreichischen Universitätsbibliotheken zu untersuchen. Für den Aufbau der Arbeit ergibt sich somit eine zweigeteilte Struktur: Theoretische Grundlagen des Beschwerdemanagements werden zunächst im Kontext der betriebswirtschaftlichen Konzepte zu KundInnenzufriedenheit und KundInnenbindung hergeleitet und in ihrer Entwicklung nachvollziehbar gemacht.
An diese theoretischen Überlegungen anschließend erfolgt eine empirische Untersuchung der Strukturen des Beschwerdemanagements in österreichischen Universitätsbibliotheken. Diese empirische Untersuchung wird mittels einer Fragebogenuntersuchung1 durchgeführt werden. Befragt werden die BibliotheksdirektorInnen bzw. BibliotheksleiterInnen. Der empirische Teil wird abgerundet durch die Darstellung des Beschwerdemanagements an der Universitätsbibliothek Oldenburg im Sinne eines “Good-Practice-Beispiels” , welches aufzeigt, welche Möglichkeiten es gibt, wenn Beschwerdemanagement systematisiert angewandt wird.
1 Als Grundlage wird dazu der von Schöber (1997) entwickelte Fragebogen herangezogen werden, der an die Spezifika wissenschaftlicher Bibliotheken adaptiert wird
Steltzer, Rainer: : Sanford Berman — Werk und Wirken eines Radical Librarian / einger. von Rainer Steltzer, 2010 - 120 Bl
Seit der Veröffentlichung seines Buches Prejudices and antipathies (1971), einer Abhandlung über tendenziöse Terminologie in den Library of Congress Subect Headings (LCSH), ist Sanford “Sandy ” Berman (geb. 1933) als lautstarker und unermüdlicher Kritiker des bibliothekarischen Mainstream der USA bekannt. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über Bermans Wirken als Bibliothekar und Aktivist bieten, darunter sein Bemühen um benutzerfreundlichere Kataloge, sein sozialer Aktivismus, sein Einsatz für “alternative ” Materialien in Bibliotheken und sein Engagement im Kampf gegen Zensur und die Kommerzialisierung von Bibliotheken. Das zentrale Kapitel der Arbeit ist Bermans bis heute andauernder Kritik an der Terminologie der LCSH gewidmet.
Sternath, Angelika: Wie zufrieden sind Sie mit unserer Bibliothek? : eine Anleitung zur effektiven und erfolgreichen Durchführung von Benutzerumfragen in wissenschaftlichen Bibliotheken am Beispiel der Universitätsbibliothek Klagenfurt / einger. von Angelika Sternath, 2011 - 135 Bl. : graph. Darst. + 1 CD-ROM
Wissenschaftliche Bibliotheken als Dienstleistungseinrichtungen müssen in der heutigen Informationsgesellschaft ihre Servicequalitäten ständig überprüfen, um die angebotenen Leistungen auf hohem Niveau halten zu können. Dies sollte allerdings unter dem Aspekt der ständig zunehmenden finanziellen Einsparungen geschehen. Ein mögliches Instrument zur überprüfung der Dienstleistungsqualität von wissenschaftlichen Bibliotheken stellen die Kunden- bzw. Benutzerbefragungen dar.
Methodisch versucht die vorliegende Arbeit, vom theoretischen Ansatz der Dienstleistung ausgehend, einen bibliotheksspezifischen Bezug herzustellen. Zu diesem Zweck widmet sich der erste Teil der Arbeit vorwiegend dentheoretischen Aspekten von Dienstleistung sowie Dienstleistungsqualität. Der zweite Teil konzentriert sich speziell auf die Dienstleistungsqualität von wissenschaftlichen Bibliotheken. Dazu wird im theoretischen Teil das Dienstleistungspotential der Bibliothekswissenschafter Klaus GANTERT und Rupert HACKER erläutert.
Im Anschluss daran folgt die Beschreibung des methodischen Vorgehens zur Benutzerbefragung an wissenschaftlichen Bibliotheken und zwar am Beispiel der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Den Hauptteil der vorliegenden Arbeit bildet die Erhebung der Daten anhand einer Online-Umfrage an der Universitätsbibliothek Klagenfurt, welche auf Basis einer quantitativen Datenanalyse durchgeführt wurde. Das Ziel der Umfrage war es, die Erwartungen und Bedürfnisse der Bibliotheksbenutzer zu eruieren. Anschließend werden die gewonnenen Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit präsentiert, interpretiert sowie mögliche bzw. alternative Lösungsvorschläge angeboten.
Im letzten Teil wird neben den wichtigsten Erkenntnissen noch ein Ausblick in die Zukunft gewährt und weitere mögliche Forschungsgebiete für Benutzerbefragungen eruiert.
Zusammenfassend lässt sich formulieren, dass gut durchdachte Benutzerumfragen in wissenschaftlichen Bibliotheken ein geeignetes Instrument darstellen können, um etwaige Qualitätsleistungen der befragten Bibliothek zu eruieren, zu überprüfen, zu erhalten bzw. optimal ausbauen zu können.
Stumpf, Markus:Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Wien: Ausgewählte Teilergebnisse aus den Fachbereichs- und Institutsbibliotheken / eingereicht von Markus Stumpf, 2010 - 161 Bl.
Die Universitätsbibliothek Wien (UB Wien) beschäftigt sich umfassend mit ihren unrechtmäßigen Beständen und mit der Geschichte der eigenen Institution in der NS-Zeit. Im Rahmen des Projektes Provenienzforschung werden dabei die Ziele der Lokalisierung und Klärung unrechtmäßiger Bestände und deren Restitution, aber auch die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema verfolgt.
Die (UB Wien) begann 2004 mit einem Provenienzforschungsprojekt zur Hauptbibliothek, das 2006 mit einem zweiten eigenständigen Projekt über die Fachbereichs- und Institutsbibliotheken (Außenbereich) erweitert wurde. Die Bestandsautopsien konnten mittlerweile abgeschlossen werden, sodass erste Ergebnisse vorliegen und bereits in einigen wenigen Fällen Restitutionen durchgeführt werden konnten.
In der Master Thesis werden als Beispiele die Untersuchungsergebnisse der Fachbereichsbibliothek (FB) Astronomie, FB Byzantinistik und Neogräzistik, FB Europäische Ethnologie, FB Judaistik und die der FB Philosophie dargestellt. Obwohl einige dieser Bibliotheken erst in den 1960er Jahren gegründet wurden, sind auf Grund von Bestandübernahmen auch problematische Bestände zu identifizieren.
Auf einige bedenkliche Bestände und Erwerbungen aus diesen Bibliotheken aber auch aus anderen der UB Wien werden in Exkursen exemplarische Blicke geworfen. Die Ergebnisse der Provenienzforschung zu Bänden der Arbeiterkammerbibliothek Wien, der Buchhandlung Belf, der Bücherei Richard Gustav Busch, zu Büchern von Moriz Kuffner, von Georg Petschek und von Wolf Krautstück sowie zu einem von der GESTAPO eingelieferten Band werden präsentiert.
Tersch, Harald: Schreibkalender und Schreibkultur. Zur Rezeptionsgeschichte eines frühen Massenmediums (1500-1800) / eingereicht von Harald Tersch, [2006] 2006 - 118 S.
Der Schreibkalender gehört zu den frühesten multimedialen Produkten der Buchgeschichte, das Druck und Handschrift zusammenführte: der gedruckte Teil sollte als Ratgeber und Lesestoff, die freien Seiten als Schreibraum genützt werden. Kalendernotizen verdienen innerhalb einer Bibliotheksgeschichte nicht weniger Beachtung als Besitzervermerke, da sie Auskunft darüber geben können, welche verschiedenen sozialen Funktionen das Buch für einzelne Käufer hatte. Der Kalender konnte die Rolle eines Wetterverzeichnisses, eines Wirtschaftsbuches, einer Familienchronik oder eines Arbeitsprotokolls übernehmen. Kalendernotizen von Kalenderproduzenten geben überdies wichtige Informationen zur Buchproduktion. Der Untersuchungszeitraum der Studie umfasst die Inkunabelzeit bis zum aufgeklärten Reformkalender. Eine wichtige materielle Grundlage der Arbeit bilden neben Editionen erhaltene handschriftliche Kalendernotizen in einzelnen österreichischen Sammlungen.
Kalenderbesitzer machten um 1500 durch Randnotizen aus dem Druck- ein Schreibmedium. Sie bevorzugten zunächst immerwährende Kalender, da diese sich durch einen langen Berechnungszeitraum sehr gut als Familienchroniken eigneten. Käufer notierten im Sinne der gedruckten astrologischen Prognosen am Rand der Kalendarien Naturkatastrophen, Wetterverhältnisse, aber auch Krankheiten, Patenschaften, Hochzeiten und Geburten in der Familie. Die Herausgeber reagierten rasch auf diese Transformationen, indem sie private wie amtliche Schreibtraditionen in die Programmatik des Druckteils integrierten. Verfasser von protestantischen Historienkalendern schrieben etwa um 1550 ihren Benützern vor, sie sollten unter die Druckdaten wichtige Vorfälle in der Familie aufzeichnen. Dadurch banden sie die familiäre Schreibkultur an die Reformationsgeschichte. Die jährlichen Schreibkalender sahen bereits mindestens eine leere Seite für Eintragungen vor und verknüpften durch Titel wie “Tagbuch” oder “Diarium” den Druckteil mit den Notizen. Der Erfolg des Schreibkalenders im 17. Jahrhundert war deswegen unaufhaltsam, weil er am besten die Form des Protokolls integrierte, das die genaue Zuordnung eines Ereignisses zu einem bestimmten Kalenderdatum verlangte. Prälaten hielten in ihren Kalendern Visitationsreisen fest, Fürsten und Verwaltungsbeamte Vermerke über Ausgaben, Briefe und Akten. Kalenderherausgeber sahen in den Sekretären und Kanzleischreibern eine wichtige Käufergruppe. Neben dem Wetter oder Aderlässen entwickelte sich die Schreibdisziplin zu einem zentralen Thema der kalendarischen Notizen.
Eine wichtige Voraussetzung für die Benützung des Kalenders als Schreibprotokoll war die Tatsache, dass Kalender nicht den modernen Vorstellungen von einem festen, statischen Kodex entsprachen. Verleger oder Käufer “schossen” zusätzlich Blätter zwischen die Monatskalendarien ein, was eine Ausdehnung des Beschreibstoffes bedeutete. Von eingehefteten Lagen bis zu gesonderten Tagebuchheften war es nur ein kleiner Schritt. Schreibkalender dienten in Kanzleien und in Familien als Neujahrsgeschenke, wodurch das Medium fest in der familiären und amtlichen Schreibtradition verankert wurde. Sichtbarer Ausdruck der Geschenkkultur sind die oft sehr gepflegten Einbände, die Widmungen an die Beschenkten enthielten und soziale Beziehungen und Hierarchien ausdrückten. Angesichts der hohen Kalenderauflagen muss mit dem Verlust eines Großteils des Bestandes gerechnet werden. Spuren von verlorenen Schreibkalendern lassen sich in handschriftlichen Bibliothekskatalogen, Wirtschaftsaufzeichnungen, in Reinschriften der Kalendernotizen oder in Textüberarbeitungen finden. Schreiberinnen und Schreiber des 16. bis 18. Jahrhunderts exzerpierten ihre jahrzehntelang geführten Eintragungen mit Methode, sie fügten sie zu chronologischen Lebensläufen zusammen und kombinierten sie mit Reiseberichten und Briefen. In der Aufklärung ließ sich die traditionelle Form der Kalendernotizen durchaus in neue anthropologische Modelle der Biographie integrieren, indem Schreiber die kalendarischen Fakten mit persönlichen Erinnerungen und Erkenntnissen während des Überarbeitungsprozesses konfrontierten.
Am Schluss der Arbeit stehen Hypothesen über die sinkende Bedeutung des Schreibkalenders für die Schreibkultur um 1800. Ein Grund bestand in der veränderten Tagebuchkultur des 18. Jahrhunderts. Vom Tagebuchschreiber wurden zunehmend detaillierte moralische Selbstreflexionen, aber auch Natürlichkeit und “Esprit” verlangt, was sich in einem derart traditionellen Medium wie dem Kalender kaum verwirklichen ließ. Weiters erlebte das Druckmedium des Schreibkalenders als “Bibel des Aberglaubens” eine substantielle Krise. Kalenderreformen der Aufklärung verboten astrologische Prognosen, sie integrierten dagegen Statistiken und legten die Schreibräume durch Spalten fest. Die neuen Rahmenbedingungen der Reformkalender förderten Vermerke, die weniger die Vergangenheit protokollierten als die Zukunft organisierten. Schließlich verhinderte der Siegeszug des Verlegereinbandes im 19. Jahrhundert eine Ausdehnung des Schreibraumes durch eingeschossene Blätter. Der Schreibkalender verschwand gegenüber neuen ökonomischen Formaten wie Agenda und Notizkalender, die bestimmte Schreib- und Schriftformen wie die Stenographie begünstigten.
Waldhör, Andreas: Erstellung einer Konkordanz zwischen Basisklassifikation (BK) und Regensburger Verbundklassifikation (RVK) für den Fachbereich Recht
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erstellung einer Konkordanz zwischen der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) und der Basisklassifikation (BK) für den Fachbereich Recht. Die Erstellung von Konkordanzen ist im bibliothekarischen Bereichmehrfach von Interesse, da einerseits Notationen verschiedener Klassifikationssysteme zusammengeführt werden und somit eine höhere Datendichte erreicht werden kann. Zum anderen können Konkordanzen in der Suchmaschinentechnologie Primo als “Werkzeug” bei der facettierten Suche eingesetzt werden. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste (theoretische) Teil beschäftigt sich mit Klassifikationen als Hilfsmittel für die Freihandaufstellung und als Teil der klassifikatorischen Sacherschließung.
Im Anschluss daran werden drei große Klassifikationssysteme, die im Rahmen der Sacherschließung in Österreich eine wesentliche Rolle spielen (Verbundklassifikationen des OBV), dargestellt. Die Basisklassifikation und die Regensburger Verbundklassifikation werden kurz beschrieben, es wird untersucht wie juristische Medien in diesen Klassifikationen abgebildet werden. In diesem Zusammenhang wird auch der aktuelle Stand der RVK Erweiterung betreffend österreichisches Recht erörtert. Die Dewey – Dezimal – Klassifikation (DDC) wird auf ihre generelle Eignung als Klassifikation für juristische Medien genauer, anhand mehrerer praktischer Beispiele, untersucht. Insbesondere wird die "Konkordanzfähigkeit" der DDC im Hinblick auf die beiden anderen Systeme betreffend den Fachbereich Recht ermittelt. Ein kurzer Ausblick auf Unterschiede zwischen der angloamerikanischen Rechtsordnung und dem europäischen Civil Law ergänzt die Ausführungen zur DDC. Der zweite (praktische) Teil beinhaltet die Konkordanztabelle in Form einer Microsoft Excel Tabelle mit einem ausführlichen Kommentar. Diese Tabelle liegt auch in einer verkürzten Form vor, die für die praktische Umsetzung in der Verbunddatenbank vorgesehen ist.
Wasner-Peter, Isabella: Entwurf eines “Wienportals” / von Isabella Wasner-Peter, 2011 - 125 Bl. : Ill., Kt., Notenbeisp. + 1 CD-ROM
Ungeachtet des jeweiligen Trägermateriales war es schon immer Kernaufgabe von wissenschaftlichen Bibliotheken, das Wissen in ihren Bereichen zu sammeln, aufzubereiten, zu vernetzen und der öffentlichkeit zu präsentieren. Mit der Entwicklung der neuen Medien, allen voran des Internets, sind Bibliotheken als wissenschaftliche Kompetenzzentren gefordert, umfassende Informationen aus Datenbanken und anderen digitalen Quellen in einer möglichst benutzerfreundlichen Form aufzubereiten und rund um die Uhr zugänglich zu machen. Bibliotheken, Archive und Museen bringen ihre digitalisierten Bestände und Metadaten in sogenannte BAM-Portale ein. Die Vernetzung von digitalem Kulturgut in einer Europäischen Digitalen Bibliothek, der Europeana, wird auch durch die Europäische Kommission unterstützt.
Während in Deutschland zahlreiche Landesbibliotheken regionale Themenportale betreiben, ist ein solches für Wien noch ein Desideratum, ebenso wie eine Wiener Regionalbibliographie, die im Rahmen dieser Arbeit entwickelt wird.
Ziel dieser Master These ist es, ein regionales Themenportal für Wien zu entwerfen. Dafür wurden deutsche und österreichische Portallösungen analysiert und daraus Modelle für das Wienportal abgeleitet. Neben inhaltlichen Aspekten werden in der Arbeit auch Fragen der Erschließung durch einheitliche Metadaten und eindeutige Zuordnung von Datensätzen, die für den Datenaustausch und die Vernetzung essentiell sind, der Benutzerfreundlichkeit und Gestaltungsmöglichkeiten, die das Web 2.0 für Benutzerinnen und Benutzer bringt, erörtert.
Weiner, Ute: Vor uns die Dokumentenflut oder Automatische Indexierung als notwendige und sinnvolle Ergänzung zur intellektuellen Sacherschließung
Vor dem Hintergrund veränderter Ansprüche der Bibliotheksbenutzer an Recherchemöglichkeiten – weg vom klassischen Online-Katalog hin zum "One-Stop-Shop" mit Funktionalitäten wie thematisches Browsing, Relevanzranking und dergleichen mehr – einerseits und der notwendigen Bearbeitung von Massendaten (Stichwort Dokumentenflut) andererseits rücken Systeme zur automatischen Indexierung wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses.
Da in Österreich die Beschäftigung mit diesem Thema im Bibliotheksbereich bislang nur sehr selektiv, bezogen auf wenige konkrete Projekte, erfolgte, wird zuerst ein allgemeiner theoretischer Überblick über die unterschiedlichen Verfahrensansätze der automatischen Indexierung geboten. Im nächsten Schritt werden mit der IDX-basierten Indexierungssoftware MILOS (mit den Teilprojekten MILOS I, MILOS II und KASCADE) und dem modularen System intelligentCAPTURE (mit der integrierten Indexierungssoftware AUTINDEX) die bis vor wenigen Jahren im deutschsprachigen Raum einzigen im Praxiseinsatz befindlichen automatischen Indexierungssysteme vorgestellt.
Mit zunehmender Notwendigkeit, neue Wege der inhaltlichen Erschließung zu beschreiten, wurden in den vergangenen 5 - 6 Jahren zahlreiche Software-entwicklungen auf ihre Einsatzmöglichkeit im Bibliotheksbereich hin getestet. Stellvertretend für diese in Entwicklung befindlichen Systeme zur automatischen inhaltlichen Erschließung wird das Projekt PETRUS, welches in den Jahren 2009 – 2011 an der DNB durchgeführt wurde und die Komponenten PICA Match&Merge sowie die Extraction Platform der Firma Averbis beinhaltet, vorgestellt.
Werner, Margot: Zur Erinnerung an schönere Zeiten. Bilder aus der versunkenen Welt des jüdischen Sammlers Raoul Korty / von Margot Werner, 2008 - 60, [Ca. 21], 16 Bl.
Raoul Korty, 1889 geborener Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie, war von frühester Jugend an durch seine Sammelleidenschaft geprägt. Korty diente im Ersten Weltkrieg als Offizier, nach Kriegsende widmete er sich vornehmlich dem Aufbau seiner Sammlung. Seinen Lebensunterhalt finanzierte Korty durch die Illustration von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften aus dem reichen Fundus seines privaten Bildarchivs.
Nach dem “Anschluss” war Korty gezwungen seine journalistische Tätigkeit aufzugeben. Der Verlust seines Lebensunterhalts und die Trennung von seiner nichtjüdischen Ehefrau führten wohl auch zum Scheitern seiner Emigrationspläne: Korty wurde 1944 in Wien verhaftet und Ende desselben Jahres im KZ Auschwitz ermordet.
In Vorbereitung seiner geplanten Emigration deponierte er einen Großteil seiner Sammlung bei einer Wiener Spedition. Unter tatkräftiger Mitwirkung der Nationalbibliothek wurde die Sammlung 1939 von der Gestapo beschlagnahmt und unentgeltlich in das hauseigene Bildarchiv eingewiesen. Dort lagerte die Sammlung auf Grund des Personalmangels in der Kriegszeit unangetastet und original verpackt bis 1945. Nach Kriegsende brachte Kortys überlebende Tochter einen Antrag auf Rückstellung der Fotosammlung ein. Die Nationalbibliothek war zwar grundsätzlich zur Rückgabe entsprechend den damaligen gesetzlichen Bestimmungen bereit, verweigerte jedoch der in beengten Wohnverhältnissen lebenden Tochter eine finanzielle Ablöse. Die Verhandlungen zogen sich Jahrzehnte in die Länge – wobei seitens der Österreichischen Nationalbibliothek immer wieder mit Ersitzungs-fristen spekuliert wurde – bis die Korrespondenz schließlich 1980 aus ungeklärten Gründen endete.
Erst 2003, im Zuge der entsprechend den Bestimmungen des 1998 erlassenen Kunstrück-gabegesetzes von der Österreichischen Nationalbibliothek angestrengten Provenienzforschung kam die mittlerweile fast in Vergessenheit geratene Sammlung wieder zum Vorschein. Auf Grund einer von der Österreichischen Nationalbibliothek vorgelegten umfassenden Sachverhaltsdarstellung stimmte das BM:BWK einer Restitution an die Erbin zu.
Auf Wunsch der hoch betagten Tochter des verfolgten Sammlers wurde das Konvolut von einem externen Sachverständigen bewertet und nach dessen Restitution im Jahr 2005 von der Österreichischen Nationalbibliothek angekauft.
Im Frühjahr 2007 wurde die nunmehr seit fast 70 Jahren in den Magazinen lagernde Sammlung wissenschaftlich aufgearbeitet. Dabei wurde nach dem Provenienzprinzip vorgegangen, die übernommene, weitgehend vom Sammler selbst geschaffene Ordnung wurde beibehalten.
Winkler, Maria: Die Demokratisierung des Wissens. “Wissen für alle ” in historischen Enzyklopädien der Aufklärung und die Weiterführung dieses Gedankens durch die freie Abrufbarkeit dieser Enzyklopädien im Internet / eingereicht von Maria Winkler, 2010 - 132 Bl.
“Wissen für alle! ” war die aufklärerische Devise zur Demokratisierung des Wissens. Die Enzyklopädie war dabei das bevorzugte Mittel der Aufklärer zur Vermittlung dieses Wissens. Drei dieser Enzyklopädien stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit: Zedlers “Universal-Lexicon ”, Krünitz’ “Oekonomische Encyklopädie ” und natürlich Diderots und d’Alemberts “Encyclopédie ”, die wohl berühmteste der Enzyklopädien. Als “Kinder ” der Aufklärung waren sie darauf angelegt, allgemeines und auch sehr spezielles Wissen unters Volk zu bringen. Im 21. Jahrhundert werden diese Enzyklopädien online zugänglich gemacht und zwar für jedermann und jede Frau frei abrufbar und rund um die Uhr zugänglich. Hier geschieht im Internetzeitalter die Weiterführung des Gedankens der Aufklärung, Informationen, resp. Bildung, für “alle ” erreichbar zu machen. Dank moderner Retrieval Tools gelingt mit der Online-Stellung der historischen Enzyklopädien eine viel bessere Erschließung der Werke, als dies je bei den dicken, alten Bänden des Barock möglich gewesen wäre. Die Überführung der historischen Werke in Datenbanken erlaubt eine systematische Suche in den Enzyklopädien; früher war man an das Alphabet und die Verweise gebunden, nun kann man nach Sachgebieten suchen und neue Zusammenhänge innerhalb der Enzyklopädien entdecken, die wiederum Aufschluss geben über die damalige Zeit und ihre Denkmuster. Für alle historischen Wissenschaften ist diese Erschließung ein Gewinn an Wissen über die Zeit der Aufklärung und ihre Lebenswelten. So werden die Enzyklopädien der Aufklärungszeit hinübergerettet ins 21. Jahrhundert und dank Datenbank-Technologie und Web Tools um faszinierende Facetten erweitert.
Zdiarsky, Angelika: Öffentlichkeitsarbeit an wissenschaftlichen Bibliotheken - mit einer vergleichenden Studie an Hand von ausgesuchten Beispielen aus dem In- und Ausland / von Angelika Zdiarsky, 2006 - IX, 136 Bl.
Wissenschaftliche Bibliotheken müssen, um ihre Bedürfnisse ihren Öffentlichkeiten mitzuteilen, sich des Kommunikationsmittels der Öffentlichkeitsarbeit bedienen. Methodisch versucht die vorliegende Arbeit vom theoretischen Ansatz der Öffentlichkeitsarbeit einen bibliotheksspezifischen Bezug herzustellen. Zu diesem Zweck widmet sich der erste Teil der Arbeit vorwiegend den theoretischen Aspekten von Öffentlichkeitsarbeit. Da sich zahlreiche Definitionen von Öffentlichkeitsarbeit in der Literatur finden lassen, bot es sich an, eine eigene Definition von Öffentlichkeitsarbeit als Arbeitshypothese aufzustellen.
Der zweite Teil der Arbeit konzentriert sich speziell auf die Öffentlichkeitsarbeit von Bibliotheken. Dazu skizziert der theoretische Teil das bibliotheksspezifische Öffentlichkeitsarbeitsmodell von Schmidt. Die daran anschließende vergleichende Untersuchung der bibliothekarischen Umsetzung von Öffentlichkeitsarbeit konzentriert sich auf je eine repräsentative Bibliothek aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Das Ergebnis zeigte, daß große wissenschaftlichen Bibliotheken, Öffentlichkeitsarbeit als eigener Arbeitsprozeß verstehen. Exemplarisch werden auch die Grenzen und Möglichkeiten von bibliothekarischer Öffentlichkeitsarbeit an einer Spezialsammlung erläutert. Das abschließende Kapitel versucht die Situation der bibliothekarischen Öffentlichkeitsarbeit des Jahres 1990 mit einer aktuellen Momentaufnahme zu vergleichen.
Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß wissenschaftliche Bibliotheken des deutschsprachigen Raumes sich als Dienstleistungsunternehmen verstehen und das Kommunikationsmittel der Öffentlichkeitsarbeit bereits auf hohem Niveau einsetzen.