Abstracts Master Thesen ULG Library and Information Studies MSc, Innsbruck
Aßmann, Karin: Konzeption einer Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck aus bibliothekarischer Sicht - historischer Rückblick - derzeitiger Stand - Zukunftsvision / eingereicht von Karin Aßmann, 2009 - 125 Bl.
Die vorliegende Masterarbeit „Konzeption einer Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften“ analysiert die derzeitige Bibliothekssituation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck und thematisiert die Frage, in welcher Form und wo eine zentralisierte Fakultätsbibliothek realisiert werden könnte.
Ausgehend von einem geschichtlichen Rückblick auf die Anfänge der Fakultät und ihrer Bibliotheken, erfolgt eine kritische Darstellung der derzeitigen Strukturierung des Bibliothekssystems. Dieses zeigt sich als Gefüge von 19, den 9 Instituten der rechtswissenschaftlichen Fakultät zugehörigen Bibliothekseinheiten einerseits und der Bibliothekarischen Zentralverwaltung der rechtswissenschaftlichen Fakultät andererseits, die wiederum Teil der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol ist.
Mit Hinweis auf die zahlreichen in der Geschichte der Universität Innsbruck bereits erfolgten Bestrebungen, eine rechtswissenschaftliche Fakultätsbibliothek zu verwirklichen, wird dieses Denkmodell auf Grundlage der gegenwärtigen Rahmenbedingungen aktualisiert. Es wird ein Konzept für eine organisatorische Umgestaltung der rechtswissenschaftlichen Bibliothekslandschaft vorgestellt, das, kurz gefasst, die Vorteile der Zusammenlegung von Literaturbeständen bzw. die Überlegenheit größerer bibliothekarischer Einheiten aufzeigt und somit für die Schaffung einer zentralen Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck plädiert.
Benedikt, Elisabeth: "Teaching Library" als Kernelement nutzorientierter Bibliotheksentwicklung am Beispiel der Neuorientierung der Arbeiterkammer-Bücherei Innsbruck aufgrund einer im Jahr 2007 durchgeführten Nutzerstudie / von Elisabeth Benedikt, 2009 - 161 Bl.
In der vorliegenden Master Thesis wird die von der Bücherei der Arbeiterkammer (AK) Innsbruck im Jänner 2007 durchgeführte Nutzerstudie ausgewertet. Diese Studie bildet die Grundlage zur Erarbeitung einer nutzerorientierten Bibliotheksentwicklung. In diesem Zusammenhang werden Möglichkeiten einer Profilierung der AK Bücherei als Teaching Library gesucht. Weiters wird untersucht, inwieweit die Bücherei am Beispiel verschiedenster Richtlinien von Bildungsträgern dem Postulat des „Lebenslangen Lernens“ gerecht wird. Verschiedene Modelle und Standards zur Informations- und Medienkompetenz werden aufgezeigt und dabei als tragende Säulen einer Teaching Library beschrieben. Schließlich werden für die AK-Bücherei konkret didaktisch aufbereitete Module und Veranstaltungen vorgestellt, die die Grundlage zur praktischen Umsetzung einer Teaching Library bilden könnten. Die Konzepte der Büchereien Wien und des Linzer Wissensturms werden zuletzt als Beispiele bereits umgesetzter Teaching Libraries in Österreich vorgestellt.
Kaufer, Marion: Erwerbungsprofile in wissenschaftlichen Bibliotheken - eine Bestandsaufnahme / von Marion Kaufer, 2008. - 91 S.
Die Master Thesis Erwerbungsprofile in wissenschaftlichen Bibliotheken – eine Bestandsaufnahme bietet einen überblick über ein wichtiges Thema der Bestandspolitik. Dabei geht es zunächst um eine Klärung der Terminologie und von Fragen zur Notwendigkeit und zum Nutzen von Bestandsprofilen. Ein weiterer Teil allgemeinen Charakters behandelt Richtlinien, Vorgaben und Hilfsmittel zur Erstellung von schriftlich fixierten Erwerbungsrichtlinien. Schließlich wird die eigentliche Bestandsaufnahme zu Erwerbungsprofilen an wissenschaftlichen Bibliotheken ausgeführt, wobei der Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum – jedoch besonders auf Deutschland – liegt. Es geht um eine Darstellung der Fachdiskussion um Erwerbungsprofile, ihrer Genese sowie ihrer aktuellen Situation. Neben einem Exkurs zu Erwerbungsrichtlinien im angloamerikanischen Sprachraum runden zum Schluss der bisher hauptsächlich theoretischen Auseinandersetzung Stimmen aus der Praxis und Berichte zur Alltagstauglichkeit von Erwerbungsprofilen die Bestandsaufnahme ab.
Keim, Christian: Intranet und Lernen im Prozess der bibliothekarischen Arbeit - eine empirische Analyse des Intranetsystems SoWi-BIS / eingereicht von Christian Keim, 2009 - IV, 84, XXV Bl.
Die Arbeit untersucht anhand einer empirischen Studie den Einfluss der Arbeit mit dem Intranet SoWi-BIS auf die Lernprozesse in der Fakult&azlig;tsbibliothek f&uzlig;r Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck. Mit Hilfe von Methoden der qualitativen Sozialforschung wird die Theoriebildung im Rahmen des Forschungsfeldes verfolgt.
Die mittels qualitativer Befragung erhobenen Daten werden nach der Methode der sog. Grounded Theory ausgewertet – die Interpretation des gesammelten Datenmaterials f&uzlig;hrt zur Hypothesenbildung.
Durch die rasanten Entwicklungen der letzten Jahre im Bibliotheksbereich gewinnt das Lernen am Arbeitsplatz auch hier an Bedeutung. Gleichzeitig hat man damit begonnen, Bibliotheken mit Intranet auszustatten. Das Beispiel SoWi-BIS soll den Konnex zwischen Arbeiten am Arbeitsplatz und Lernen mittels Intranet beschreiben.
Kienzl, Johann: "Ein Ensemble katholischer Gelehrsamkeit aus dem späten 18. Jahrhundert" - Spuren Katholischer Aufklärung in Alten Drucken aus dem Brixner Priesterseminar (1750 - 1800) / eingereicht von Johann Kienzl, 2008. - 120 Bl.
In Südtirol werden seit über zehn Jahren Alte Drucke im Rahmen des Kulturprojekts „Erschließung Historischer Bibliotheken“ katalogisiert. Auch in der Diözesanbibliothek Brixen wurde die autoptische Formalerschließung abgeschlossen. Die erhobenen Daten bieten die Grundlage, die Bibliotheksgeschichte Südtirols zu schreiben; die Master Thesis soll dazu ein kleiner Beitrag sein. Der Verfasser untersucht die historischen Drucke, die zwischen 1750 und 1800 erschienen sind. Die formale Analyse wird auf dem Hintergrund des bis heute noch unbestimmten Forschungsbegriffs Katholische Aufklärung durchgeführt. Einen Schwerpunkt dabei bildet der Kulturausgleich als Kennzeichen der katholischen Reformbewegungen (Gallikanismus, Jansenismus, Febronianismus, Josephinismus). Dieser zeigt sich vor Ort weniger in der Interkonfessionalität, als in der Internationalität der mehrheitlich katholischen Verfasserschaft. Auch die Produktionsprovenienz verweist auf einen Wissensimport vorwiegend aus dem süddeutschen und norditalienischen Kulturraum. Das Buchgut von 10.316 Werken spiegelt vor allem eine Breite von theologischen, philsophischen und indizierten Meinungen wider. Ebenso sticht die reiche Sprachenvielfalt hervor. Auch naturwissenschaftliche Traktate sind in dieser klerikalen Studienbibliothek vorhanden. Der Besucher steht in der Tat vor einem Ensemble katholischer Gelehrsamkeit aus dem späten 18. Jahrhundert.
Massani, Manfred: Kooperation der Kapuzinerbibliotheken im Spannungsverhältnis von multikultureller Vielfalt und Standardisierung - vom Internationalen Katalog für franziskanisches Schrifttum zum Projekt Authority File / vorgelegt von Manfred Massani, 2008. - 116 Bl.
Seit Juni 2003 präsentieren einige Kapuzinerbibliotheken unter dem Titel „Internationaler Katalog für franziskanisches Schrifttum“ ihren Buchbestand im Internet. Ziel dieser Arbeit ist es, diesen WEB-OPAC einer tiefergehenden Analyse zu unterziehen. Der Arbeit vorangestellt ist eine kurze Einführung, die einen überblick über die Geschichte des Kapuzinerordens, dessen Ordensstrukturen und Bibliothekenlandschaft sowie dessen Besonderheiten als multikultureller Orden, die wiederum im WEB-OPAC Ausdruck finden, gibt.
Im Folgenden wird dann gezeigt, welche Vor- und Nachteile theoretisch aus Vernetzung und Kooperation erwachsen können und wie diese zwei Punkte im Bereich der Kapuzinerbibliotheken bis hin zum gemeinsamen WEB-OPAC umgesetzt wurden.
Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem „Internationalen Katalog für franziskanisches Schrifttum“. Zuerst wird versucht, eine Begriffsbestimmung für den Terminus „Bibliotheksverbund“ durchzuführen. Im zweiten Schritt werden die notwendigen Voraussetzungen herausgearbeitet, die Bibliotheken besitzen sollten, wenn sie an einem Verbund teilnehmen. Anhand der gewonnenen Ergebnisse wird dann überprüft, inwieweit die Kooperation der Kapuzinerbibliotheken dem Modell eines Bibliotheksverbundes entspricht, welche Besonderheiten auftreten und welche Voraussetzungen die einzelnen, partizipierenden Bibliotheken mitbringen bzw. welche fehlen. Besonders soll auch auf die Tatsache eingegangen werden, dass es sich bei diesem Gesamtkatalog um einen Katalog handelt, der sich aus Bibliothekskatalogen unterschiedlicher Sprach- und Kulturkreise zusammensetzt. Abschließend wird auf das aktuell laufende Projekt „Authority-List“ eingegangen und Parallelen zu ähnlichen Vorhaben des NEBIS-Verbundes (NEBIS-Normdatei) und der Deutschen Nationalbibliothek (Virtual International Authority File - VIAF) gezogen.
Der abschließende vierte Teil versucht die gewonnenen Erkenntnisse zusammenzufassen und Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen.
Morandell, Stefan: Donatus Fetius - der erste Buchdrucker der Bischofsstadt Brixen - mit illustriertem Werkkatalog / eingereicht von Stefan Morandell, 2007. - 173 Bl.
Die Master Thesis Donatus Fetius – der erste Buchdrucker der Bischofsstadt Brixen. Mit illustriertem Werkkatalog soll Einblick in ein Kapitel frühe Tiroler Druckgeschichte geben. Das Leben des ersten Brixner Druckers Donatus Fetius wird mithilfe von archivarischen Quellen und durch Auswertung der vorhandenen Literatur nachgezeichnet. Durch gründliche Archivrecherchen in den zentralen Verwahrungs- und Dokumentationsstellen der Diözese Brixen und den Ländern Nord-, Südtirol und des Trentino konnten bei diesem Forschungsvorhaben neue Quellen zu Tage gefördert werden bzw. wurden bereits bekannte Quellenbestände neu ausgewertet und interpretiert. Sowohl die Druckgeschichte in der Nachbardiözese Trient als auch die Entwicklungen im Norden des Bistums Brixen und in der Landeshauptstadt Innsbruck sind dabei mitberücksichtigt worden. Auf dem Hintergrund der kirchenpolitischen, sozialen und kulturhistorischen Ereignisse in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts werden das Leben des Fetius und die Entwicklung seiner Offizin beleuchtet. Durch intensive Suche nach Fetius Drucken in lokalen Buchkulturzentren wie den Bibliotheken der Stifte und Klöster des Bistums Brixen und angrenzender Gebiete wurde ein Werkverzeichnis erstellt. Seine Drucke werden in einem Werkkatalog - versehen mit bibliographischen Schlüsseldaten - mit ausgewählten Abbildungen dokumentiert und einem Kurzkommentar präsentiert, um so als Grundlage für weitere Forschungen dienen zu können. Eine DVD mit Abbildungen der beschriebenen Fetiusdrucke sowie Abbildungen von ausgewählten archivarischen Quellen rundet diese Arbeit ab.
Moser, Paulina: Die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen als Diözesanbibliothek - rechtliche Position und kirchlich-gesellschaftlicher Auftrag / eingereicht von Paulina Moser, 2009 - 75, [32] Bl.
Im Jahr 2003 ist die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule mittels Dekret zur Di&ozlig;zesanbibliothek ernannt worden. Dem Dekret ist ein Abkommen (Intesa relativa alla conservazione e alla consultazione degli archivi di interesse storico e delle biblioteche appartenenti ad enti e istituzioni ecclesiastiche) zwischen dem italienischen Staat und der italienischen Bischofskonferenz vorausgegangen. Darin einigten sich beide Seiten, den Erhalt und die Zug&azlig;nglichkeit von kirchlichen Archiven und Bibliotheken zu f&ozlig;rdern und in den einzelnen Di&ozlig;zesen Di&ozlig;zesanbibliotheken zu errichten.
Die Arbeit geht aus von der Geschichte der Bibliothek von ihren Anf&azlig;ngen bis in die Gegenwart und beleuchtet anschließend die Situation von Di&ozlig;zesanbibliotheken in Deutschland, wo es diese Einrichtungen schon l&azlig;nger gibt.
Anschließend wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Abkommen zwischen Staat und Kirche Auswirkungen f&uzlig;r die Di&ozlig;zesanbibliothek Brixen hat. Diese befindet sich in der Autonomen Provinz Bozen, die – im Gegensatz zu anderen italienischen Provinzen - in Bezug auf Bibliotheken prim&azlig;re Gesetzgebungskompetenz hat.
Die Arbeit schließt mit einem Statutenentwurf f&uzlig;r die Di&ozlig;zesanbibliothek Brixen, der die neu gewonnenen Anforderungen und Kompetenzen in Abstimmung mit den Statuten der Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule und den in der Autonomen Provinz Bozen geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen bringt.
Pörnbacher, Erika: Nutzungsstatistiken elektronischer Zeitschriften als Mittel der Bestandsevaluierung / eingereicht von Erika Pörnbacher, 2008. - 140 Bl.
Vor dem Hintergrund der Preisentwicklung am Zeitschriftenmarkt und der gleichbleibenden bzw. sinkenden Bibliotheksetats wird es zunehmend wichtig, die Zeitschriftenbestände einer Einrichtung auf ihre Bedeutung hin zu prüfen.
Die Arbeit gibt einen überblick zu verschiedenen Modellen, die für eine Bestandsevaluierung von Zeitschriften unter Berücksichtigung von Nutzungsdaten herangezogen werden können.
Ausgewählte Bewertungskriterien werden auf die Nutzungsdaten der beiden Innsbrucker Universitäten für vier Verlage angewandt. Bei der Bewertung der Nutzung werden vor allem Kosten-Nutzen-Relationen und das fachspezifische Nutzungsverhalten berücksichtigt.
Von den vier ausgewerteten Konsortialverträgen wurde das fachspezifische Zeitschriftenpaket der American Chemical Society am besten angenommen, gefolgt von den Titelangeboten von Elsevier und Wiley. Die Blackwell-Collections mit einem hohen Anteil an humanwissenschaftlichen Titeln wiesen die geringste Nutzung auf. Die über Cross- oder Additional Access hinzugewonnenen Titel werden von denjenigen Fachbereichen gut angenommen, die bereits die Abonnements der Universitätsbibliothek Innsbruck stark nutzen. Eine Anwendung der Kosten-Nutzen-Relationen einzelner Zeitschriften in Form von Abbestellungen wird durch die rigiden Einschränkungen bei Paketverträgen erschwert bzw. unmöglich gemacht.